Beiträge zur Geschichte des Adels
im Herzogtum Sachsen-Lauenburg und angrenzenden Territorien

Eberhard Specht - Speyer / Rhein 2020

 

                 

1. Die Herren von GRÖNAU - 1196/1200 - 1434+



Wappen, Herkunft, Besitz


Die Grönau gehörten zu den Adelsgeschlechtern in der Grafschaft Ratzeburg, die sich zwar mit als erste urkundlich belegen lassen, deren Ausbreitung jedoch sehr begrenzt geblieben ist. Wie die von Karlow, von Parkentin, von Ritzerau, von Salem, von Schorlemmer u.a. gehörten sie vermutlich zu jener frühen Schicht grundherrlicher Lokatoren, denen für ihre Tätigkeit ein größerer Landstrich durch den Landesherrn zugeteilt worden war 1. Die Familie verfügte wohl schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts mit Grönau. Gr. Sarau und Toradesdorf über einen geschlossenen Güterkomplex an der Nordflanke der Grafschaft Ratzeburg. Dieser Besitz, dem sich nach Westen der der Schorlemmer, der von Krummesse und der von Ritzerau anschloss, sollte ganz offensichtlich im Norden und Nordwesten die Grafschaft Ratzeburg gegen Holstein und das Vordringen Lübecks schützen.


Woher die Grönau kamen, bleibt unbekannt. Ein Volcmarus, der den Leitnamen des grönauischen Geschlechts trägt, erscheint bereits am 25.07.1144 unter den Ministerialen bei Erzbischof Adalbero von Bremen 2. Ob er jedoch der sich später von Grönau nennenden Familie zugerechnet werden darf, scheint mehr als fraglich. Sicher scheint es dagegen, dass wir mit dem ab 1196/1200 bezeugten Ritter Volcmarus einen Angehörigen der Familie von Grönau vor uns haben 3. Wie die Schorlemmer, Ritzerau und wohl noch andere Geschlechter werden auch die Grönau am ehesten aus den altsächsischen Gebieten ins Land gekommen sein.

Grönauische Wappen (Siebmacher)


Man hat angenommen, dass das Geschlecht der im Lüneburgischen ansässigen Familie von Grone angehört hat 4. Dagegen spricht nicht nur das gänzlich verschiedene Wappen der Familien von Grönau und von Grone. Die Grone führten ein Wappen, das in blauem Felde eine von rot und gold gerautete Wecke zeigt 5. Dagegen zeigt das Wappen der Grönau ursprünglich einen schräg quadrierten Schild Siegel Detlevs I. 1375). In der Regel führte die Familie den Schild jedoch abweichend: schräg geviert, in jeder Feldung eine Lilie (Siegel Detlevs I, 1351; Heinrichs II, 1353; Volkmar (Volquin) VIII, 1423) 6. Das Wappen ähnelt in der Form dem der mecklenburgischen KNOP 7.


Seit seiner ersten Nennung tritt uns das Geschlecht der Grönau bis zu seinem Erlöschen nach dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts über acht Generationen 235 Jahre lang in zahlreichen Urkunden als Vasallen erst Graf Albrechts von Orlamünde, dann der askanischen Herzöge von Sachsen-Lauenburg und des Stifts Ratzeburg, sowie als Privatpersonen vorwiegend bei Verkäufen entgegen. Vor allem im 13. und 14. Jahrhundert haben sie die ihnen übertragene Aufgabe der Grenzsicherung erfolgreich wahrgenommen. Dann konnten auch sie dem Druck und dem Geld der mächtigen Handelsrepublik Lübeck nicht mehr standhalten. Insoweit teilen sie das Schicksal der Schorlemmer, der Krummesse und der Ritzerau, die ihren Besitz um 1300, 1373/1382 bzw. 1465/1468 an Lübeck verkauften 8.

Grönau im 16. Jahrhundert z. Zt. on Heinrich Rantzau 9

(unten links der alte Rittersitz)

Nachdem die Herren von Grönau bereits 1353 Ländereien in der Nähe ihres Stammsitzes an das Heiligen-Geist-Hospital in Lübeck verkauft hatten 10, folgte 1391/1394 der Verkauf der Stammgüter, zuerst 1391 das Gehölz „Teghelbrook“ und halb Gr. Sarau, dann 1394 Gr. Grönau - Dorf und Hof - sowie alle Besitzungen des Geschlechts im Kirchspiel selbst, d.h. auch Tüschenbeck, Hornstorf und die andere Hälfte von Gr. Sarau wurden verkauft. Der Lehnsherr, Herzog Erich IV, mag diese Entwicklung mit Sorge betrachtet haben. Anders als sein Vetter von der bergedorfschen Linie, Erich III., verpflichtete Erich IV seine Vasallen, ihr Lehngut zusammenzuhalten, um so eine Herabsetzung der Wehrkraft seines Herzogtums zu vermeiden 11. So mag es ihm ins politische Kalkül gepasst haben, dass eben um diese Zeit die Lehngüter Detlef von Parkentins mit Dorf und Hof Behlendorf, Giesensdorf, Kulpin und Hof Klein Anker frei wurden, mit denen er nun 1392 die Grönau belehnte und sie so den lübschen Interessen, die dort bereits Fuß gefasst hatten 12, entzog. Die Grönau hatte nach dem Tausch ihrer Besitzungen im Stift Ratzeburg bereits 1377 in der Behlendorfer Gegend Fuß gefasst und dort 1382/1384 Dorf und Gut Albsfelde und Harmsdorf erworben.


Einen weiteren Besitzkomplex im Stift Ratzeburg mit Burg, Hof und Dorf Stove, Cronskamp, Neschow, Gr. Rünz und der Mordmühle hatte Detlev I von Grönau um die Mitte des 14. Jahrhunderts erworben. Er vertauschte ihn 1377 gegen Farchau, Panten, Pötrau und +Tangmer, veräußerte diese Orte aber schon bald wieder, wohl um seinen Besitz um Behlendorf/Kulpin zu festigen.


Im Einzelnen besaßen die Grönau:


  1. Albsfelde: 1380 Erwerb des Dorfes vom Konvent zum Heiligen Geist in Mölln; 1382 Erwerb des Gutes von Herzog Erich IV; 1424 Verkauf an Lübeck, 1444 Ausscheiden aus dem staatlichen Verband des Herzogtums Lauenburg


  1. Behlendorf (Dorf und Hof): 1392 Kauf von Herzog Erich IV; 1424 Verkauf an Lübeck; 1444 Ausscheiden aus dem staatlichen Verband des Herzogtums Lauenburg


  1. Blankenseer See: 1363 Verkauf der grönauischen Anteile am See


  1. Buchholz: grönauischer Anteilsbesitz; 1394 Verkauf einer Rente


  1. Cronskamp: 1377 mit Stove und Neschow gegen Farchau, Tangmer und Pötrau vertauscht


  1. +Dermin: 1230 Dorf mit . Hufen im Kirchspiel Schmilau; wohl schon vor 1312 untergegangen, da nur noch die Mühle „apud locum qui dicitur Dormin“ genannt ist; im 14. Jahrhundert Besitz der Grönau, die vor 1376 eine Rente aus Dermin verkaufen. 1376 übertragen sie „locum seu fundum olim ville nostre Dormyn“ im Kirchspiel St. Peter zu einer geistlichen Stiftung. Die darauf liegende Rente sollte vom Hof Kulpin gezahlt werden.


  1. Farchau (mit der Mühle): 1307 Teil des bischöflichen Tafelguts; zeitweilig bischöfliche Residenz; 1377 gegen Stove, Cronskamp und Neschow eingetauscht


  1. Giesensdorf: 1392 von Herzog Erich IV gekauft; 1424 Verkauf an Lübeck; 1444 Ausscheiden aus dem staatlichen Verband des Herzogtums Lauenburg


  • Groß Anker: 1392 Erwerb der Mühle, die 1387 Detlev von Parkentin verkauft hatte, 1403 Dorf und Hof 13

  1. Groß Grönau: Stammsitz des Geschlechts; Burganlage mit Kurie; 1230 Zehntenbesitz der Grönau an 2 Hufen (dieser ging wohl schon vor 1394 an die Kirche über); 1380 Streit mit den Pächtern des Hofes; 1394 Verkauf an Herzog Erich IV, der es an das St.Johanniskloster Lübeck weiterverkauft


  1. Klein Grönau: Mitte des 14. Jahrhunderts geistliche Stiftung der Familie von Grönau; 1423 Verfügung über die Gerechtsame des Siechenhauses

Klein Grönau

(nach einer Karte des 17.Jhdts.)

  1. Harmsdorf: 1383 Erwerb des Dorfes von Herzog Erich IV; 1384 Kauf von 3 den von Krummesse gehörenden Hufen; 1424 Verkauf an Lübeck; 1444 Ausscheiden aus dem staatlichen Verband des Herzogtums Lauenburg


  1. Hornsdorf (Toradesdorf?): vmtl. besaßen die Grönau hier bereits 1230 den halben Zehnten; 1394 Verkauf an Herzog Erich IV; 1459/1521 Besitz der von Karlow


  1. +Klein Anker (Lütteken Mancere): 1194 Dorf im Kirchspiel St.Georgsberg mit 4 Hufen; 1387 Hof 14, 1392 von Herzog Erich IV gekauft; 1424 Verkauf an Lübeck; 1444 Ausscheiden aus dem staatlichen Verband des Herzogtums Lauenburg


  1. Kulpin: Burganlage (?) mit Kurie; im 14. Jahrhundert Besitz Detlevs von Behlendorf / von Parkentin), nach dessen Tod Belehnung der Grönau durch Herzog Erich IV; 1407 Verkauf der freien Nutzung sämtlicher Besitzungen zu Kulpin und +Twenhusen


  1. +(Maurinmühle: 1373 teilweise Verpfändung an Claus von Bülow und seinen Sohn Henneke durch die von Karlow; dann Besitz der von Grönau, die sie 1377 zusammen mit Stove, Cronskamp und Neschow vertauschen


  1. Neschow: 1377 mit Stove und Cronskamp vertauscht


  1. Panten: 1377 vom Bischof von Ratzeburg gegen Gr. Rünz eingetauscht; noch 1377 wieder an Bischof Heinrich verkauft


  1. Pötrau (Dorf und Mühle): 1377 vom Bischof von Ratzeburg eingetauscht, Weiterverkauf an Detlef Rastorp, der es 1399 an Bischof Detlev von Ratzeburg verkauft

Grönauischer Besitz (Übersichtskarte)


  1. Groß Rünz: ursprünglich Besitz der Familie von Stove; 1377 von Detlev von Grönau gegen Panten vertauscht


  1. Groß Sarau: 1230 besitzen die Grönau hier den halben Zehnten; 1318; 1391 Verkauf halben Dorfes sowie von Gehölz in der Feldmark.


  1. Stove (Dorf, Hof und Mühle): Burganlage mit Kurie; ursprünglich Besitz der von Stove; 1377 mit Cronskamp, Neschow und der Mordmühle gegen Farchau, +Tangmer und Pötrau mit Bischof Heinrich von Ratzeburg getauscht

  1. +Tangmer: 1307 Teil des bischöflichen Tafelguts; 1377 gegen Stove, Cronskamp und Neschow eingetauscht; lag im Südteil der alten Feldmark Farchau (jetzt Fredeburg), vor 1403 untergegangen


  1. Toradestorp: Nach Biereye 15 ist das Dorf mit Hornstorf gleichzusetzen; Neuschäffer 16 identifiziert es mit Tüschenbek und nach Prange 17 ist Hornstorf oder Tüschenbek an die Stelle von „Toradesdorf“ getreten.


  1. Tüschenbek: wohl schon 1230 grönauischer Besitz; Wasserburganlage mit Kurie (1340); 1394 Verkauf an Herzog Erich IV; 1461/1521 Besitz der von Karlow


  1. +Twenhusen: zu Beginn des 14. Jahrhunderts besaß die Lübecker Familie von Bocholt den Zehnten; im Verlauf des 14. Jahrhunderts Besitzübergang auf die Grönau, die 1409 ihre Hölzungen auf 24 Jahre an den Lübecker Rat verkauften; vor 1433 Besitzübergang an Gottschalk von Attendorn. Das vor 1410 untergegangene Dorf lag an der Behlendorfer/Giesensdorfer Scheide (Gemarkung „Twetenhusen“)




Grönauische Burg- und Hofanlagen



1. Grönau


Der Umstand, dass sich das Geschlecht nach seinem Stammsitz benannte, impliziert das Vorhandensein einer Burganlage, deren Lage mit dem späteren „Fürstenhof“ gleichgesetzt wird 18. Dort, im Süden des mittleren Dorfes, vereinigen sich die Niederungen der kleinen Au und der Grönau, ideale Bedingungen für die Anlage einer Wasserburg. Reste einer alten Brücke über die Grönau, Scherben- und Ziegelsteinfunde im Klosterformat, Flurnamen und geographische Gründe weisen auf eine südöstlich vom Dorf in die „Ohle Hofwisch“ vorspringende Halbinsel als Ort des alten Grönauer Herrensitzes hin 19. Eine Abbildung aus dem 16. Jahrhundert zeigt den Nachfolgebau, den sogenannten „Fürstenhof“, allerdings auf dem gegenüberliegenden Südufer.


Eine weitere Burganlage hat sich möglicherweise östlich von Grönau befunden. Dort liegt eine große Kies- und Sandgrube. Durch den inzwischen eingestellten Abbau ist das Gelände an der Wakenitz stark zerklüftet. Ein Turmhügel ist nicht sicher erkennbar, doch sollen Ziegelsteine im Klosterformat gefunden worden sein 20, die auf eine frühere Existenz einer mittelalterlichen Burg hinweisen. Der Burgplatz ist nicht sicher zu lokalisieren 21 (siehe Karte). Wem diese Anlage zuzuschreiben ist, ist ebenfalls unklar, doch kommen hier wohl am ehesten die Herren von Grönau in Betracht.

Grönau: Burganlage östlich des Dorfes (Lageplan bei Dähn)



2. Tüschenbeck


Eine weitere Burganlage mit Wirtschaftshof besaß das Geschlecht vermutlich in Tüschenbeck auf der Koppel „Rutberg“, etwas abseits vom späteren Hof, auf dem das heutige Herrenhaus steht 22. Es wird dies die Anlage gewesen sein, aufder 1459/1521 die von KARLOW saßen.

Tüschenbeck: Lageplan der mittelalterlichen Burganlage

Tüschenbeck: mittelalterliche Burganlage (bei Hofmeister)



3. Stove:


Stove: Burganlage und Wirtschaftshof östlich des „Schwarzen Sees“

(bei Hofmeister)


In Stove besaß Detlev (I) von Grönau eine Burganlage mit Wirtschaftshof. Hofmeister 23 fand dort 300 m östlich, am Westufer des „Schwarzen Sees“ eine noch gut erhaltene kleine Rundburg vor. Auf einem 3 m hohen Hügel, der einen Durchmesser von etwa 14 m hat und der sich nur wenig über das natürliche Niveau erhebt, stand ehemals ein mit großen Findlingen fundamentierter Wehrturm hinter einer Brustwehr aus Wall und Palisade. Nach der Seeseite erübrigte sich ein Sicherungsgraben, nach der Landseite hin maß er eine Breite von 5-6 m. Dort befand sich auch noch eine weitere Verstärkung in Gestalt eines zweiten Grabens, der sich unmittelbar am Fuß des Steilhanges befindet. Ebenfalls in natürlicher Schutzlage lag links der Burganlage auf der sich anschließenden Hochfläche der mit Graben, Wall, Palisadenzeun und Brücke befestigte Adelshof („curia“). Hier lagen die Wirtschaftsgebäude und Wohnungen des Ritters, seiner Angehörigen und seines Gesindes. Dies soll nach allgemeiner Ansicht die Anlage gewesen sein, die Detlev (I) von Grönau bewohnte 24.


Dagegen sprechen aber wohl die geographischen Gegebenheiten. Am ehesten wird es richtig sein, dass die Grönau östlich des „Schwarzen Sees“ einen ersten befestigten Hof mit Wohn- und Wehrturm gehabt haben, den sie aufgaben, als sie ihren befestigten Sitz an der Stelle errichteten, an der heute das Gutshaus steht. Vermutlich hat die Burganlage der grönau bereits am Platz des späteren bischöflichen Schlosses gestanden. Als Bischof Heinrich von Wittorp sie 1377 erwarb, ließ er die übernommene Wehranlage ausbauen und erweitern. An Stelle der alten „curia“ entstand 1378/1379 ein „catsrum“ als bischöfliche Residenz 25. Reste des doppelten Grabens mit darin liegendem Wall sind noch heute vorhanden. Der rechteckige Burgplatz maß 50x60 m. Die Grabenseite betrug 8 bis 10, an der Südseite fast 20 m. Nach Südwesten war die Anlage durch ddie sumpfigen Maurinewiesen geschützt. Ob dies im Kern bereits zu Zeiten der Grönau so war, hat sich nicht mehr feststellen lassen.



4. Kulpin:


Nach dem Verkauf des grönauischen Besitzes im Bistum Ratzeburg im Jahre 1377 wurde Kulpin einer der beiden grönauischen Wohnsitze. Vom einstigen Wohnsitz der Grönau haben sich dort allerdings sichere Spuren nicht erhalten. Wenn man nicht annehmen will, dass die südöstlich von Kulpin im Gelände des „Doodenredder“, einer Bachniederung, gelgene Turmhügelburg, von der Hügel und Gebäudereste noch erkennbar sind 26, der Wohnsitz der Grönau gewesen ist, dann muss man diese Anlage wohl auf dem Gutsgelände selbst suchen. Der dort an der Nordwestseite liegende Bergfried von 30 m Durchmesser, der an einer Seite an das Sumpfgelände stößt und zur Landseite durch einen 10 m breiten Graben geschützt wurde, um den vielleicht noch ein Vorwall herumlief, gehört wohl zu jener Burganlage des 14. Jahrhunderts, die 1349 zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde 27.


Östlich dieses Turmhügels befinden sich weitere Geländeformen – Gräben und Wälle. Wenn Schröder-Biernatzki 28 hier für 1688 von einem Wohnhaus berichten, dass von einem breiten Graben umgeben war, so mag dies durchaus auf Herzog August vonb Sachsen-Lauenburg (1619-1656) zurückgehen, der 1631 in den Besitz von Kulpin kam 29. Dies kann aber nicht die zweite Anlage gewesen sein, da die Grönau als „wonaftich to Kulpin“ bezeichnet werden und auch deren Nachfolger, die von ATTENDORN, in Kulpin ihren Wohnsitz hatten. Vermutlich bergen sie auch noch eine größere Burganlage des Mittelalters.

Kulpin: Gutshof (Lageplan bei Hofmeister)

Kulpin: Spuren der einstigen mittelalterlichen Turmhügelburg (bei Dähn)

(oberes Bild: „Doodenredder“, untere Bilder: Anlage auf dem Gutshof)

5. Behlendorf:

Zwischen 1392 und 1424 besaßen die Grönau in Behlendorf einen Wirtschaftshof, den vor ihnen bereits die Parkentin und Heinrich von Behlendorf besessen hatten. Er wird urkundlich erstmals 1384 erwähnt. Dieser Hof lag nördlich vom Dorf am See, auf dem Vorsprung, zu dem die Dorfstraße führt. Er war stark befestigt 30. 1494 wird der Hof „myt dem berchfrede“ verpachtet, d. h. die alte Burganlage muss bis um die Wende zum 16. Jahrhundert noch in Teilen bestanden haben. Heute ist ein Turmhügel nicht mehr zu erkennen. Er ist eventuell unter den jetzigen Gebäuden des Gutshofes zu suchen 31.

Behlendorf: Ausschnitt aus der Flurkarte von 1731 (bei Fehling)


Stammfolge:



Die erste Generation:



Volkmar (I) von GRÖNAU


(I – 1); Ritter, Burgmann in Ratzeburg, gräflich ratzeburgischer und bischöflich ratzeburgischer Vasall; urkundet 1196/1200 bis 1222 (?) als Volcmarus, Volmarus, z.T. mit dem Zusatz de Gronowe bzw. de Racesburch - Volcmarus ist erstmals Ende des 12. Jahrhunderts (1196/1200) im ratzeburgischen Kolonisationsgebiet im Gefolge von Bischof Isfried von Ratzeburg (1178-1204) nachweisbar, als dieser die Schenkungen der Gräfin Adelheid von Ratzeburg aus Walksfelde an die Kirche in Ratzeburg bestätigte 32. Die entscheidende Wende im Leben Volkmars tritt ein, als Holstein und die Grafschaft Ratzeburg 1201 nach der Schlacht bei Stellau unter dänische Herrschaft geriet und 1202 der Askanier Albrecht von Orlamünde von König Waldemar II. zum Statthalter über Holstein und den polabischen Teil der Grafschaft Ratzeburg eingesetzt wurde. Wie zahlreiche Adlige hatte auch Volkmar zu denen gehört, die wie die Tralau, den Sturz des Grafen Adolf III von Schauenburg herbeigeführt hatten, indem sie auf die dänische Seite gewechselt waren. Volkmar verband sein Schicksal mit dem Erfolg Graf Albrechts von Orlamünde, in dessen Gefolge wir den Ahnherrn der Grönauer nun zwischen 1210 und 1222 wiederholt begegenen. So ist er am 04.02.1210 als „Volcmarus de Racesburch“ Zeuge bei der Schenkung des Dorfes Kükelühn in Wagrien an das St.Johannis-Kloster zu Lübeck 33. Wenn Volkmar hier als „von Ratzeburg“ erscheint, so ist dies als Hinweis zu werten, dass er dort als Burgmann für den Schutz der gräflichen Burg mitverantwortlich war und über ein Burglehen verfügte. In einer Urkunde aus der Zeit um 1212, in der Albrecht von Orlamünde dem Domkapitel zu Lübeck die ihm gehörende Hälfte der Mühle zu Seedorf bei Dassow schenkt 34, nennt Volkmar (I) sich erstmals nach seinem Wohnsitz: von Gronowe. 1219 ist Volkmar Zeuge, als Graf Albrecht von Orlamünde der Ratzeburger Kirche den Zoll von acht Last Salz erlässt, ihr die Dörfer Schwartensee mit allem Recht, ausgenommen das Brückenwerk und Lockwisch, zwei Hufen in Boissow sowie die Güter Volquins in Goldensee und 5 Hufen in +Chemelin verleiht 35. Als der Graf am 01.01.1220 der Lübecker Domkirche 10 Drömbt Roggen jährlich aus der Mühle an der Wandrawe schenkt, ist Volcmarus de Racesburg erneut unter den Zeugen 36. Letztmals im Gefolge Graf Albrechts von Orlamünde finden wir Volkmar, der sich hier aufrund seiner Funktion als Burgmann der Ratzeburg „von RATZEBURG“ nennt, als der Graf am 09.01.1221 den Nonnen zu Preetz die Zehnten aus den Ländern Plön, Lütjenburg, Oldenburg und Krempe schenkt 37.


Außer bei Albrecht von Orlamünde erscheint Volkmar (I) auch als bischöflich-ratzeburgischer Vasall. Hier testierte er zuerst 1217 als Laienmitglied der Generalsynode des Bistums Ratzeburg bei der Bestätigung des Urteilsspruchs der Kirchspiels- und Bistumssynode durch Bischof Heinrich von Ratzeburg, nach welchem die dem Getreide- und Viehzehnten unterliegenden Bewohner der Kirche zu Bergedorf auch das Rauchhuhn zu leisten haben 38. Dann ist er Zeuge, als sich Fürst Heinrich Borwin I. von Mecklenburg (1178-1227) und seine Söhne am 08.07.1222 mit Bischof Heinrich von Ratzeburg (1215-1228) über die Zehnten in den Ländern Bresen und Dassow, sowie in Klütz und Tarnewitz vergleichen 39.


Das Blatt wendete sich, als Albrecht von Orlamünde 1225 von Graf Adolf IV. von Schauenburg (1225-1239) bei Mölln besiegt und gefangengesetzt wurde und sich weigerte seine Grafschaft vom Kaiser zu Lehen zu nehmen. Albrechts Sturz bedeutete auch für seine Anhänger den Verlust von Macht und Einfluss. Für fast ein Vierteljahrhundert verschwinden die Grönau aus den öffentlichen Urkunden. Sie hatten auf die falsche Seite gesetzt und mussten sich das Vertrauen der neuen Herren, der Herzöge von Sachsen (- Lauenburg), erst neu erwerben.


Ungeklärt bleibt das weitere Schicksal Volkmars (I) nach 1222. So lässt sich nicht sagen, ob der Zehntenlehnsinhaber Volcmarus von 1230 noch mit dem zwischen 1196/1222 bezeugten identisch ist. Ein Vergleich mit anderen Adelsgeschlechtern legt eher den Schluss nahe, dass es vor 1230 einen Generationswechsel gegeben hat, der durch die Kämpfe bei Mölln (1225) und die Schlacht bei Bornhöved am 22.07.1227 markiert ist, wo sicherlich eine Reihe der Anhänger Albrechts von Orlamünde und der dänischen Partei den Tod gefunden haben.




Die zweite Generation:



Volkmar (II) von GRÖNAU

(II – 2); Ritter, herzoglich sachsen-lauenburgischer und bischöflich ratzeburgischer Vasall; urkundet 1230-(?)/1248 als Volcmarus - Volkmar (II) erscheint zuerst 1230 im Ratzeburger Zehntenlehnsregister mit umfangreichen Zehntenbesitz 40.


  • Gronowe . Volcmarus II (mansos) . preter quos dimidia decima dos est eiusdem ecclesie ab episcopo / (Groß) Grönau . Volkmar 2 (Hufen). Außer diesen hat die Ortskirche den halben Zehnten vom Bischof zur Ausstattung.

  • Sarowe idem Volcmarus dimidiam decimam tenet ab episcopo / (Groß) Sarau. Derselbe Volkmar hat den halben Zehnten vom Bischof inne.

  • Toradestorp idem Volcmarus dimidiam decimam tenet ab episcopo / Toradesdorf. Derselbe Volkmar hat den halben Zehnt vom Bischof inne“


Ob der Zehnteninhaber Volkmar in Everstorf mit dem Grönauer identisch ist, scheint fraglich, da er doch sonst in mecklenburgischen Urkunden auftauchen sollte. Es bleibt der ansehnliche Besitzkomplex im Kirchspiel Grönau, der sich als ähnlich geschlossen und abgerundet erweist wie der der Tralau/Krummesse, Parkentin, Ritzerau, Schorlemmer, Salem, Karlow und anderer Geschlechter im Kolonisationsgebiet. Wie die meisten der vorgenannten Geschlechter hatten vielleicht auch die Grönau ihre Stellung im Zuge der ihnen an der Nordflanke der Grafschaft Ratzeburg übertragenen Lokatorentätigkeit ausbauen können. Zum grönauischen Besitz gehörte auch ein beträchtlicher Waldanteil, die Grönauer Heide, der sog. „Bahrenbrook“, durch den der wichtige Handelsweg von Lübeck nach Ratzeburg führte.


Nach 1230 hören wir dann lange Zeit nichts mehr von Volkmar (II) Die Parteinahme des Geschlechts für den Orlamünder Grafen wirkte offenbar noch längere Zeit nach. Erst am 12.03.1248 ist Volcmarus wieder unter den Zeugen bei seinem Lehnsherrn, Herzog Albrecht I. von Sachsen-Lauenburg (1212-1260), als dieser über die Schenkung von zwei Hufen zwischen Lübeck und Wulfsdorf an das Heiligen-Geist-Hospital zu Lübeck durch Volkmars Nachbarn Reinfried „von Lauenburg“ (von Schorlemer) urkundet 41. Da dann erneut eine längere Urkundenlücke auftritt, werden wir mit der nächsten Nennung eines Volkmar von einer neuen Generation auszugehen haben.




Die dritte Generation:



Volkmar (III) von GRÖNAU (+um/nach 1286)


(III – 3); Ritter, herzoglich sachsen-lauenburgischer und bischöflich mecklenburgischer Vasall; urkundet 1262/1286 als Volcmarus, Volmarus - Überwiegend erscheint Volkmar (III) im Gefolge seiner askanischen Lehnsherren, so erstmals am 17.02.1262, als Herzogin Helene der Stadt Mölln den Besitz des von Herzog Albrecht I. geschenkten Dorfes Gülze bestätigt 42. Dann bezeugt er 1271 den Verzicht seiner Lehnsherren, der Herzöge Johann I. (1260-1285) und Albrecht II. (1260-1298) auf alle Ansprüche an das Land Boitin mit Vorbehalt des Zolls zu Herrnburg, nachdem ihnen Bischof Ulrich (1257-1284) noch 1000 Mk nachgezahlt hatte, sowie die Bestätigung der Zollfreiheit auf der Elbe und der Patronatsrechte in Lütau, Neuengamme und Dertzing für das Stift Ratzeburg 43. Am 08.07.1274 ist Volkmar (III) Zeuge bei Herzog Johann I., als dieser über den Verkauf eines Wehrs im Ratzeburger See an den lübeckischen Bürger Betram Mornewech, den Stifter des Heiligen-Geist-Hospitals, urkundet 44. Dann bezeugt er am 18.10.1278 den Verkauf der Dörfer Dechow und Utecht durch die Herzöge Johann I. und Albrecht II. von Sachsen (- Lauenburg) an das St. Johannis-Kloster zu Lübeck 45. An der Spitze der Zeugenreihe steht Volkmar (III) am 02.11.1280, als Herzog Johann I. eine einmalige Schatzung von jeder Hufe des „Raceburgensis territorii“ bewilligt, damit er seine und seines Bruders Albrecht II. Schulden an Lübeck abtragen konnte. Dafür musste er dem Adel versprechen, zukünftig keine willkürlichen Abgaben mehr zu erheben 46. Volkmar (III) steht hier auf der Seite des durch diese Urkunde privilegierten Adels, dem Steuerfreiheit gewährt wird und der so zunehmend an Einfluss gewinnt 47. Als sein Lehnsherr Johann I. Ende März 1283 dem Rat der Stadt Lübeck wegen der ihm als Vogt der Stadt im Voraus gezahlten 750 Mk lüb. Pf quittiert und für den Fall, dass sein Verhältnis zur Stadt vorzeitig beendet werden sollte, die Rückzahlung des zuviel Empfangenen verspricht, verbürgt sich von des Herzogs Vasallen auch Volkmar (III) von Grönau zum Einlager 48. Dann stehen beim Landfriedesbündnis der Herzogs mit den Fürsten, Städten und Vasallen der wendischen Ostseeländer am 13.06.1283 in Rostock „Volcmarus (III) et Volcmarus (IV) filius eius“ an der Spitze der Vasallen des askanischen Herzogs 49.


Als Vasall des Bischofs von Ratzeburg ist Volkmar (III) am 04.01.1263 in Grevesmühlen Zeuge, als Fürst Johann I. von Mecklenburg (1237-1264) und seine Söhne das Dorf Bünsdorf an Bischof Ulrich von Ratzeburg vertauschen 50. Dann steht er am 09.09.1277 an der Spitze der weltlichen Zeugen, als der Bischof in Farchau die Zehnten aus mehreren Dörfern seiner Diözese (Wendisch Thurow, Eckhorst, Petzeke, Buchholz, Klocksdorf) zur Feier kirchlicher Festtage und zu seinem Gedächtnis in der Kirche zu Ratzeburg bestimmt 51. Letztmalig als lebend genannt ist Volkmar (III) von Grönau 1286 Zeuge bei seinem Lehnsherrn Herzog Albrecht II , als dieser dem Kloster Reinfeld einen Teil seiner Zehnten in Neuengamme verkauft 52.



Siegfried von GRÖNAU


(III – 4); Ritter, fürstlich mecklenburgischer und fürstlich werlischer Vasall, urkundet 1265/1282 - „Sifridus de Gronow“ war Besitzer des Dorfes Demen, das er 1265 an das Kloster Dobbertin verkauft hatte. Fürst Heinrich I. „der Pilger“ von Mecklenburg (1264-1302) verlieh dem Kloster das Dorf am 26.05.1265 „mit Holtzungen, Wisen, Weiden, Wassern und auch mit dem Kirchlehne, sampt allen Hufen“ 53. Am 01.08.1282 ist Syfridus dann unter den Zeugen bei Fürst Heinrich I. von Werle (1277-1291), als dieser der Domkirche zu Güstrow das Eigentum von 7 Hufen in Bobbin verleiht.


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Ob die am Ausgang des 13. Jahrhunderts lebenden Brüder Heinrich (1280/1290; Ritter beim Fürsten von Werle und beim Fürsten von Rostock, mütterlicher Oheim des Propstes Johann von Neukloster 54) und Hermann (1280/1287; Knappe beim Fürsten von Werle 55) von DEMEN bzw. Arnold von DEMEN (1287; Knappe beim Fürsten von Werle 56) mit dem in Demen eine Generation zuvor genannten Siegfried von Grönau in Verbindung gebracht werden können, lässt sich nicht sagen, doch besteht die Möglichkeit, dass sich die Familie nach ihrem Wohnsitz von Demen genannt hat. Vielleicht lässt sich auch der später genannte Diener Herzog Albrechts I. von Mecklenburg, Heinrich (III) Grönau (siehe VI-14) hier anbinden?




Die vierte Generation:



Volkmar (IV) von GRÖNAU (+nach 08.09.1319)


(IV – 5); Ritter, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall; urkundet 1283/1319 - Volkmar (IV) erscheint ausschließlich im Gefolge seiner askanischen Lehnsherren. Erstmals ist er am 13.06.1283 beim Abschluß des Landfriedensbüdnisses Herzog Johanns I. mit den Fürsten, Städten und Vasallen der wendischen Ostseeländer in Rostock zusammen mit seinem Vater unter den Zeugen 57. Dann ist er am 15.12.1288 Zeuge, als Herzog Albrecht II. den Vasallen des Landes Ratzeburg und ihren Mannen für die Übernahme einer fürstlichen Schuld von 4000 Mk hamb. Pf. einen Freibrief erteilt 58. Der Herzog bestätigte in diesem Freibrief, den Bertheau als „Magna Charta“ des lauenburgischen Adels bezeichnet hat 59, seine Rechte und verzichtete für die Zukunft grundsätzlich auf Bede- und Steuerzahlungen des Adels für sich und seine Neffen. An den Ereignissen der Fehde von 1290/1291 scheint Volkmar dann nicht beteiligt gewesen zu sein, da sein Name in den diese Ereignisse betreffenden Urkunden nicht genannt ist. Dagegen sehen wir ihn im Verlauf des Jahres 1291 gleich mehrfach als Zeugen bei seinem Lehnsherrn Albrecht II:

  • am 06.03.1291 beim Verkauf des Eigentums des halben Dorfes Wulfsdorf an den lübschen Bürger Werner Huno und dessen Erben 60.

  • am 18.05.1291, als der Herzog der Stadt Lübeck für 2100 Mk lüb. Pf das Wasserrechte an der Wakenitz und des Ratzeburger Sees zum Betrieb ihrer Mühlen verkauft und sich verpflichtet, die Bestätigung dieses Verkaufs von Seiten seiner noch unmündigen Neffen zu bewirken 61 und schließlich

  • am 08.08.1291, als der lübsche Bürger Werner Huno vom Herzog das Eigentum des ganzen Dorfes Albsfelde erwirbt 62.


Dann erscheint Volkmar erst wieder am 21.09.1299 als Mitlober beim Verkauf der Dörfer Möhnsen, Grabau, Gr. Pampau, Brunstorf sowie dreier Hufen in Wiershoop an Hasso von Herslo, dem Hamburger Domkapitel und Marquard Katteskruch durch Herzogin Ingeborg von Sachsen und ihre Söhne 63. Am 01.11.1299 ist Volkmar (IV.) unter den Zeugen, als die Herzöge Johann I. und Albrecht II. den Hamburgern u.a. das Privileg zur Errichtung eines Leuchtturms auf der Insel Neuwerk und das Strandrecht erteilen 64. Wieder als Zeuge ist er am 15.03.1300 dabei, als die Herzöge Johann II. (1296-1321), Albrecht III. (1296-1308) und Erich I. (1296-1361) von Sachsen (- Lauenburg) den Verkauf des Dorfes Utecht seitens ihrer Vorfahren sowie den Verkauf von Schattin, Wulfsdorf, Beidendorf und Blankensee durch Gottfried und Johann von Cremun an das St. Johannis-Kloster zu Lübeck bestätigen 65. 1306 ist er dann zweimal Zeuge bei den Brüdern von Duvensee, zuerst am 24.02.1306 als Heinrich I), Detlev (II) und Walrav (IV) von Duvensee die Stiftungen ihrer Vorfahren an die Ratzeburger Domkirche bestätigen 66 und am 20.09.1306, bei der Genehmigung des Tausches von 6 Hufen in Schlagsdorf gegen die Güter des Domkapitels in Walksfelde 67. Als Mitgelober ist Volkmar (IV) am 25.11.1306 unter den Vasallen der Herzöge Albrecht III. und Erich I., als diese über das mit der Stadt Lübeck wegen der Zerstörung des Turmes zu Travemünde eingegangene Bündnis gegen die Grafen von Holstein urkunden 68. Zusammen mit seinem Sohn Heinrich I. (“Volcmarus ac suus filius Hinricus dicti de Gronowe“) bezeugt Volkmar (IV) am 24.06.1312 den Verkauf der landesherrlichen Rechte an Lankow durch Herzog Erich I. und Herzogin Margaretha an das Ratzeburger Domkapitel 69. Letztmals genannt ist Volkmar (IV) dann am 08.09.1319, als Herzog Erich I. den Verkauf der halben Dörfer Wulfsdorf, Beidendorf und Blankensee durch die Brüder von Gotmolt an das St. Johannis-Kloster zu Lübeck bestätigt 70.


Über die familiären Verhältnisse Volkmars (IV) erfahren wir aus einer Urkunde vom 14.04.1376, dass er mit einer Mechthild verheiratet gewesen ist und mindestens zwei Söhne, sowie eine Tochter hatte 71.


Kinder:

  1. Heinrich (I) > V-6

  2. Volkmar (V) > V-7

  3. Mechtild > V-8

  4. ?Otto (I) > V-9




Die fünfte Generation:



Heinrich (I) von GRÖNAU (+nach 05.03.1340)


(IV – 6); Sohn Volkmars (IV); Ritter; herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urkundet 1312/1340 - Heinrich (I) erscheint zuerst am 24.06.1312 als Sohn Volkmars (IV) als sich Herzog Erich I. und Herzogin Margaretha zugunsten des Ratzeburger Domkapitels ihrer Rechte an Lankow begeben 72. Am 22.02.1317 ist „dominus Hinricus de Gronow“ zusammen mit Hermann (III) von Wigersrade unter denen, die den Tausch von 6 Mk jährlicher Hebungen in Lankau (Ksp. St. Georgsberg) durch Hermann von Wigersrade und Hermann Dusekop bekräftigen 73. Dann ist er am 13.05.1321 erneut bei Herzog Erich I. Zeuge, als dieser dem Heiligen-Geist-Hospital zu Lübeck aufs Neue den vollen Besitz des Hofes zu Falkenhusen und dem St. Johannis-Kloster zu Lübeck das Eigentum der Dörfer Beidendorf, Blankensee, Schattin, Utecht und Wulfsdorf bestätigt 74.


In zwei verlorengegangenen Urkunden, die 1371 und 1373 transsumiert werden, erscheint Heinrich (I) ebenfalls als Zeuge, so am 01.12.1371, als Herzog Erich IV. von Sachsen-Lauenburg dem Hermann Puls u.a. gestattet, das Dorf Gardensee zu einer geistlichen Stiftung zu verwenden 75 und am 16.08.1373, als Bischof Heinrich II. von Ratzeburg (1367-1388) die von Herzog Erich I. ausgestellte Urkunde vom 01.12.1321 über die Gründung einer Vikarie in Ratzeburg, die mit Einkünften aus Gardensee und der Hälfte der Albrechtsmühle vor Ratzeburg ausgestattet war, transsumiert 76.


Als die Brüder Heinrich (I), Detlev (II) und Walrav (IV) von Duvensee 1324 einen Revers ausstellen, wonach ihnen Herzog Erich I. die höhere Gerichtsbarkeit über Hals und Hand, den Schweineschnitt, die Bede, den Dienst eines freien Mannes und all sein Recht in Lankow mit Ausnahme von Burg- und Brückenwerk sowie Landwehr verpfändet hat 77, ist Heinrich (I) von Grönau erneut unter den Zeugen. Dann bezeugt er am 21.10.1324 die Verpfändung der Kirchdörfer Altenwalde und Groden im Land Hadeln an Walderich Lappe und seine Söhne durch Herzog Erich I. 78. Zusammen mit seinem Bruder Volkmar V. (“Hinrico ac Volcmaro fratribus dictis de Gronowe, militibus“) ist er dann zugegen, als Herzog Erich I. am 21.12.1326 dem Domkapitel zu Ratzeburg das Patronat der Kirche zu Mustin schenkt und diese Schenkung am 20.09.1336 bestätigt 79. Heinrich (I.) und sein Bruder Volkmar (V) sind erneut Zeugen bei Herzog Erich I., als dieser am 21.02.1334 dem Domkapitel zu Ratzeburg für 2100 Mk lüb.Pf die bisherigen im Besitz der Familie von Plön befindlich gewesenen Dörfer Schlagsülsdorf und Thandorf verkauft 80. Wieder zusammen mit seinem Bruder ist Heinrich dann am 21.06.1336 beim Verkauf des Dorfes Schmilau an Bischof Volrad von Ratzeburg (1335-1355) durch Herzog Erich I. zugegen 81. Dann sind „Hinricus et Volcmarus fratres dicti de Gronowe, milites“ am 20.09.1336 Zeugen, als Bischof Volrad und Erzog Erich I. durch einen Schiedsspruch erkennen, dass die Bauern zu Buchholz dem Domkapitel Ratzeburg den halben Zehnten schulden 82. Am 05.03.1340 beurkunden „Hinricus de Gronouwe miles et Volcmarus (VI) eius filius“ unter Zustimmung Volkmars (V) und seiner krumessischen Verwandten, dass sie dem Heiligen-Geist-Hospital zu Lübeck zur successiven Abtragung einer Schuld von 60 Mk lüb.Pf 5 Mk an ihrem Hof Tüschenbek (“in curia nostra Tischenbeke“) überwiesen haben 83. Es ist dies das letzte Mal, dass Heinrich (I) von Grönau als lebend genannt ist.


Heinrich (I) von Grönau hatte bei der Erbteilung mit seinem Bruder offensichtlich ausschließlich Familiengüter im Herzogtum Sachsen-Lauenburg erhalten, da er bei der Aufzählung der Vasallen des Stifts Ratzeburg 1335 fehlt. Dort erscheint nur sein Bruder Volkmar (V) Vermutlich war ihm der Hof in Tüschenbek zugefallen. Verheiratet war Heinrich I. mit einer Elisabeth (?von TRALAU – WIGERSRADE) Aus der Ehe stammte der Sohn Volkmar (VI) “Hinrici de Gronowe militis ac Elizabet eius uxoris et Volcmari, ipsorum filii“) 84.


Kinder:

  1. Volkmar (VI) > VI--10



Volkmar (V) von GRÖNAU


(V – 7); Sohn Volkmars (IV); Knappe (1326/1334), Ritter (ab 1336); herzoglich sachsen-lauenburgischer und bischöflich ratzeburgischer Vasall; urkundet 1326/1351 - Volkmar (V) erscheint zuerst wiederholt zusammen mit seinem Bruder Heinrich (I) - 21.12.1236, 21.02.1334, 01.11.1334, 21.07.1336 und 20.09.1336 - als Zeuge. Da er zunächst unter den Knappen genannt ist, während sein Bruder als Ritter bezeichnet wird, wird er der jüngere gewesen sein. Er erscheint selbständig urkundend zunächst vorwiegend als bischöflich ratzeburgischer Vasall, was die Vermutung zulässt, dass er im Stift Ratzeburg begütert war. Im Verzeichnis der Vasallen des Stifts Ratzeburg erscheint er denn auch 1335 mit dem Besitz des Zehnten „in seinen Gütern“ 85. Leider erfahren wir nicht, wo diese Güter lagen. Da aber sein Sohn später um Stove und Gr. Rünz begütert erscheint, mag auch Volkmar (V) dort schon über Besitz verfügt haben. Als Vasall Bischof Marquards von Ratzeburg (1309-1335) erscheint er am 23.04.1332 bei der Sühnevereinbarung und Urfehde der von Parkentin mit dem Bischof und dem Domkapitel zu Ratzeburg 86. Als das Domkapitel am 05.12.1336 für empfangene Memoriengelder, welche es zu Einlösung seines Dorfes Ollndorf verwandt hatte, 6 Mk jährlicher Hebungen aus der Mühle bei Lockwisch sowie 20 Mk aus Wahlsdorf und 16 Mk aus Thandorf bestimmt, sind „Volcmari senioris de Gronowe, militis et uxoris eius Ermetrudis“ genannt 87. Wenn Volkmar hier als „senioris“ bezeichnet wird, setzt das einen weiteren Volkmar voraus, am ehesten den Sohn Heinrich (I), Volkmar (VI).


Als Vasall Herzog Erichs I. erscheint Volkmar (V) am 01.11.1334, als dieser dem St.Johannis-Kloster zu Lübeck seine Rechte auf den „Camerbrook“ bei Utecht abtritt und dem Kloster den Besitz aller in seinem Herrschaftsbereich erworbenen Dörfer bestätigt 88. Am 05.03.1340 gibt Volkmar dann seine Zustimmung, als sein Bruder Heinrich (I) mit seinem Sohn über Renten aus seinem Hof Tüschenbek verfügt 89. Am 15.06.1341 geloben Volkmar (V) sowie Henneke (III) und Walrav (II) von Krumesse, Herzog Erich I., ihn von seiner Verpflichtung gegen Lübeck frei zu machen 90.


Dann gehört „her Volcmer van Gronowe, en riddere“ am 06.12.1343 zu den lauenburgischen Adligen, die in Gadebusch ein Schutzbündnis mit den Fürsten Albrecht III. (1329-1379) und Johann I. (1352-1392) von Mecklenburg gegen ihren Landesherrn eingehen 91. Der Hintergrund für diesen Schritt des Adels der Bergedorf-Möllner Herrschaft lag offenbar in der Sicherung seiner Rechte gegen etwaige Ansprüche der Ratzeburg-Lauenburger Linie der Askanier, die man anlässlich des Todes von Herzog Albrecht IV. (1322-1343, +1343) offenbar befürchtete. Mit seinem Sohn Detlev (I) sowie seinem Neffen Volkmar (VI) gehört Volkmar (V) von Grönau dann am 16.06.1351 zu den Rittern und Knappen, die mit ihrem Landesherrn, Herzog Erich I., der Stadt Lübeck versprechen, den Landwehr genannten Verteidigungsgraben, so wie auch einen durch einen Schlagbaum verschließbaren Weg darüber bis zum Ravensdiek auf ihre Kosten zu bauen und beständig unterhalten zu lassen 92. Der Urkunde hängt sein Siegel mit der Umschrift X S (VOLQM)ARI . DE . GRONOWE . MILIT' an 93. Es ist dies das letzte Mal, dass Volkmar (V) als lebend genannt ist. Einer späteren Urkunde vom 14.04.1376 ist zu entnehmen, dass er zuerst mit einer Gertrud (?von PARKENTIN) verheiratet gewesen ist, der Mutter seiner Söhne Detlev (I) und Heinrich (II) und danach ( vor 1336) eine Ermetrud (?von KRUMMESSE) zur Frau hatte 94.


Kinder:

1. Detlev (I) > VI-11

2. Heinrich (II) > VI-12

3. Tochter N > VI-13




Mechtild von GRÖNAU


(V – 8); Sie ist nur ein Mal, am 14.04.1376 95, als Tochter Volkmars (IV) genannt.



Otto (I) von GRÖNAU, Bischof von Ratzeburg (+13.11.1356)


(V – 9); geistlich (Diakon 1322; Kanonikus 1323/1355; Pfarrherr zu St.Petri in Ratzeburg (1335), 15. Bischof von Ratzeburg 1355/1356), urkundet 1322/1356 - Die Zugehörigkeit Ottos zur Familie von Grönau ist nicht unbestritten 96. Doch gibt es keinen stichhaltigen Grund, schon aufgrund des eindeutig belegten Familiennamens und des Umstandes, dass die Familie in der Region verwurzelt war, dass er der Familie von Grönau (Gronowe) entstammt, auch wenn er sich in die Genealogie dieser Familie nicht einordnen lässt.


Erstmals ist Otto de Gronowe als Diakon am 11.11.1322 unter den Zeugen des Ratzeburger Domkapitels, als dieses beurkundet, dass der Knappe Hermann Pels im Dom zu Ratzeburg eine Vikarie mit Einkünften aus Gardensee und der Hälfte der Albrechtsmühle vor Ratzeburg bewidmet hat, jedoch die höhere Gerichtsbarkeit und die größere Fischerei auf dem See bei diesem Dorfe um 2 Mk jährlicher Hebungen aus der Fuchsmühle eintauscht 97. Als Kanonikus der Ratzeburger Kirche tritt Otto dann am 17.05. und 25.05.1323 als Zeuge auf, als Fürst Heinrich II. „der Löwe“ von Mecklenburg (1287-1329) zur Sühne dem Bischof Marquard von Ratzeburg die Dörfer Falkenhagen und Rünz mit allen Hoheitsrechten überlässt und sie zum Lande Boitin legt 98. Am 20.12.1323 ist Otto dann Zeuge, als Herzog Erich I. von Sachsen - Lauenburg u.a. gegen eine Abfindung von 200 Mk den Vertrag von 1295 genehmigt, in dem sein Oheim und seine Brüder dem Domkapitel zu Ratzeburg Eigentums- und Hoheitsrechte über die Güter des Domkapitels im Lande Ratzeburg verkauft und die Grenze zwischen Clotesfelde (Horst) und Schmilau bestimmt hatten 99. Am 25.06.1327 ist er Zeuge, als Fürst Heinrich II. von Mecklenburg 2 Hufen in Vietlübbe an das Domkapitel in Ratzeburg vertauscht 100. Zusammen mit seinen Amtskollegen Peter von Siemz, Johann von Salem und Eler Both schlichtet Otto 1330/1331 die innerhalb des Domkapitels aufgetretenen Streitigkeiten 101. Hier mögen seine Fähigkeiten sichtbar geworden sein, die ihm später bis auf dem Bischofsstuhl von Ratzeburg gebracht haben. Für das Domkapitel bezeugt „her Otto van Gronowe“ am 16.04.1332 den Tausch des Zehnten aus dem Dorf Demmhusen gegen den von Bünsdorf durch Bischof Marquard von Ratzeburg 102. „Otto de Gronowe, ecclesie Raceburgensis canonicus“ ist als einer der Sachwalter des Bistums Ratzeburg beteiligt, als am 08.06.1333 der Erzbischof von Bremen und die Bischöfe von Lübeck, Ratzeburg und Schwerin mit ihren Domkapiteln sich zusammenschliessen, um den Übergriffen der Bettelmönche mit allen rechtlichen Mitteln entgegenzutreten 103.


Ratzeburg: Dom und Prämonstratenserkloster

(Luftbild)


Am 28.04.1335 befiehlt Erzbischof Burchard von Bremen „discreto viro domino (Otto de Gronowe) rectori ecclesie parrochialis sancti Petri in Raceborgh“ diejenigen, die nach dem Tod von Bischof Marquard gegen die Wahl Volrads von Dorne als dessen Nachfolger Einspruch erheben wollen, nach Bremen vorzuladen 104. Otto hat dieser Urkunde sein rundes Siegel angehängt, das den vom Nimbus umgebenen Kopf des Heilands zeigt, darunter die Buchstaben und die Umschrift S' OTTONIS DE GRONOWE.


Nach der Wahl Volrads von Dorne zum Bischof von Ratzeburg ist es „Otto de Gronowe, ecclesie Raceborgensis canonicus et rector ecclesie parrochialis sancti Petri in Raceborgh“, der am 03.05.1335 dem obersten Hirten des Erzbistums, Erzbischof Burchard II. von Bremen (1327-1344), über die Umstände der Wahl Bericht erstattet 105. An der Spitze des Domkapitels steht Otto von Grönau am 17.08.1352 unter den Zeugen, als Vicko (I) von Karlow und sein Sohn Ludolf (IV) ihren Anteilsbesitz an Falkenhagen an Bischof Volrad verkaufen 106. Am 31.10.1353 ist er unter den Zeugen, als Bischof Volrad das Dorf Zarnewenz an das Domkapitel zu Hamburg verpfändet 107. Als Kantor ist er am 09.08.1355 genannt, als Heine und Otto von Doren dem Domkapitel Verzicht auf 7 Hufen und den Zehnten von 3 ½ Hufen in Pötrow leisten 108.

Bischofssiegel                                                      Siegel des Pfarrherrn

Ottos von Grönau                                                      Otto von Grönau


Als dann am 23.10.1355 Bischof Volrad von Ratzeburg stirbt, schlägt die Stunde Ottos: er wird noch 1355 zum Bischof von Ratzeburg gewählt. Aus seiner kurzen Regierung ist allerdings nur wenig bekannt. Eine Urkunde des Bischofs datiert vom 21.09.1356 109. In ihr genehmigt Otto die Verzichtleistung des Priesters Peter Rabode auf seine Ansprüche an das Patronat der Pfarrkirche in Grevesmühlen zu Gunsten des Ratzeburger Domkapitels. Das der Urkunde anhängende Siegel 110 zeigt Otto als Bischof stehend, in der Linken den auswärtsgekehrten Bischofsstab haltend, die Rechte zum Segen erhoben, unter einem Gemäuer, das oben aus drei Abteilungen besteht, von denen die mittlere, breiteste, wieder zwei Stockwerke, jedes von drei Abteilungen, hat. Außer den beiden Hauptpfeilern sind noch an jeder Seite zwei Nebenpfeiler und zwischen ihnen Kirchenfenster in 2 Abteilungen, die oben Spitzen dieser Fenster sind mit einer zackigen Spitze geschmückt. Unter dem Gemäuer ist ein zierliches Laubwerk. Die Umschrift lautet: S' DNI . OTTONIS . DEI . GRA . EPI . RAZEBURGEN. Bischof Otto von Grönau starb nach nicht einmal einjähriger Amtszeit am 13.11.1356 111.


Wandmalereien im Ratzeburger Dom aus der zweiten Hälfte des 14. oder von Anfang des 15. Jahrhunderts zeigen auch das Wappen der Familie von Grönau 112.


Wappen von GRÖNAU

(im Ratzeburger Dom)


Die sechste Generation:


Volkmar (VI) von GRÖNAU (+nach 16.06.1351)


(VI – 10); Knappe, Sohn Heinrichs (I), urkundet 1340/1351 - Der Umstand, dass 1336 Volkmar (V) als „senior“ bezeichnet wird, setzt einen weiteren Volkmar „junior“ voraus. Das kann nach der Quellenlage nur der Sohn Heinrichs (I) sein. Er tritt urkundend zuerst am 05.03.1340 in Erscheinung, als er mit seinem Vater zur Abtragung einer Schuld 5 Mk Renten aus dem Hof Tüschenbeck an das Heiligen-Geist-Hospital in Lübeck überweist 113. Am 02.04.1346 ist er in Plön unter denen, die als Mitlober bei dem Knappen Henneke Hummersbüttel d.Ä. auftreten 114. Letztmalig genannt ist Volkmar (VI) am 16.06.1351 bei der Verpflichtung Herzog Erichs I. und seiner ratzeburgischen Vasallen zur Errichtung und Unterhaltung der Landwehr zwischen Ratzeburger und Möllner See 115



Detlev (I) von GRÖNAU (vor 28.09.1394)


(V – 11); Sohn Volkmars (V); Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer und bischöflich ratzeburgischer Vasall; Vogt von Ratzeburg (1378), Rat Herzog Erichs IV (1375/1378), urkundet 1351/1393 - Detlev (I) ist die beherrschende Figur des Geschlechts in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Dies belegen die unzähligen Nennungen in den zeitgenössischen Urkunden. Erstmals genannt ist er am 16.06.1351 zusammen mit seinem Vater Volkmar (V) bei dem Versprechen, die Landwehr bis zum Ravensdiek zu errichten und zu unterhalten 116. Sein der Urkunde anhängendes schildförmiges Siegel 117 ist rautenartig quadriert, das obere und untere Quartier kreuzweise schaffiert und aufliegend. Alle vier Quartiere sind mit einer Lilie belegt. Die Umschrift zwischen Linien, von denen die innere geperlt ist, lautet: S' . DETLEVI . DE GRONOWE


Siegel Detlevs (I) von Grönau                       Siegel Detlevs (I) von Grönau

(1351)                                                                   (1375)


Die Errichtung der Landwehr bildete den Schlusspunkt einer längeren Entwicklung. Im Zuge der Landfriedensbündnisse von 1328 118, 1345 119 und 1349 120 war es zu teilweise groß angelegten kriegerischen Unternehmungen und der Zerstörung zahlreicher Ritterfesten im Herzogtum Lauenburg, insbe sondere der Scharfenberger, Züle, aber auch anderer wie der Karlow, gekommen. Diese Anstrengungen fanden ihren Höhepunkt in dem Abkommen zwischen Lübeck und den lauenburgischen Herzögen von 1350/1351 zur gemeinsamen Errichtung einer Befestigungslinie zwischen dem Ratzeburger See beim Ravensdiek/Farchau und dem Möllner See 121. Wie die Ritzerau und Krummesse waren auch die Grönau daran aktiv beteiligt. Am 29.12.1351 ist Detlev dann Zeuge, als Herzog Erich I. dem Domkapitel das aus ritzerauischen Besitz erworbene Dorf Mechow samt Hof übereignet 122. Zusammen mit seinem Bruder Heinrich (II) verkauft er am 16.05.1353 dem Heiligen-Geist-Hospital zu Lübeck alles Land vom Scheideberg zwischen dem Hospital in Klein Grönau und dem Hof Falkenhusen bis Blankensee nebst dem Torfmoor und dem „Barenbrook“ für 220 Mk Lüb.Pf unter dem Vorbehalt des Wiederkaufs 123. Dieses müssen die grönauischen Brüder dann ausgeübt haben, denn am 24.06.1369 verkaufen sie das Land dem Heiligen-Geist-Hospital für 300 Mk Lüb.Pf erneut 124. Mitgelober sind in beiden Fällen Angehörige der Familie von Krummesse sowie Detlef (VII) von Parkenthin zu Behlendorf, sicherlich die nächsten Verwandten der grönauischen Brüder. Der Rufname Detlev bei den Grönau mag am ehesten über eine Eheverbindung mit den Parkentin, wo dem Namen Leitnamenfunktion zukam, in die Familie gekommen sein. Das Verwandtschaftsverhältnis kommt wohl auch darin zum Ausdruck, dass sich Detlev (I) von Grönau und der Ritter Hartwig (II) von Krummesse am 23.07.1358 für die von den Dienern Hartwigs von Krummesse, Hartwig Grambek und Johann Kale dem Rat zu Lübeck geschworene Urfehde verbürgen 125.


Dann ist Detlef (I) am 06.05.1360 Zeuge beim Friedensschluss seines Lehnsherrn Erich I. mit der Stadt Lübeck 126. Mit dem gesamten lauenburgischen Adel bezeugt er vor Helsingborg das Bündnis der Herzöge Erich I. von Sachsen-Lauenburg und Albrecht I. von Mecklenburg sowie die Verlobung zwischen Erichs I. Tochter Jutta und Albrechts I. Sohn Magnus (1379-1384) 127. Als Herzog Erich I. am 06.03.1361 mit der Stadt Lübeck einen Freundschaftsvertrag auf drei Jahre abschließt, ist Detlev (I) von Grönau wieder unter den Adligen, die dies bezeugen 128. Mit seinem Bruder Heinrich (II) verpfändet er dann am 30.08.1363 dem St. Johannis-Kloster zu Lübeck den grönauischen Anteil am Blankenseer See sowie den Nutzungsrechten daran auf 10 Jahre für 60 Mk.lüb.Pf. 129. Die Mitgelober, Hartwig (II), Eggerd (II) und Heinrich (V) von Krummesse, sowie Konrad und Bertold (V) von Ritzerau werden wir zur grönauischen Verwandtschaft rechnen müssen. Am 08.12.1363 gehören Detlev (I) und Heinrich (II) von Grönau zu den lauenburgischen Adligen, die sich gegen ihren Lehnsherren verbünden und in den Dienst des Grafen von Holstein Adolf IX. von Holstein (1359-1390) treten 130. Als am 13.08.1366 Henneke Kale erneut über die von ihm dem Rat der Stadt Lübeck geleistete Urfehde urkundet (UBL III, 580), bürgen dafür die Brüder Detlev (I) und Heinrich (II) von Grönau sowie Marquard (III) von Krummesse. Und beim Verkauf des freien Holzhiebs im Kannenbruch am 01.11.1366 durch die Brüder Eggerd (II) und Johann (V) von Krummesse 131 ist Detlev (I) von Grönau neben weiteren Angehörigen der Familie von Krummesse der einzige, der nicht dieser Familie entstammt. Am 15.04.1367 bezeugt er den Verzicht Ludolfs (V) von Karlow genannt Wintfleger auf Besitzansprüche in Falkenhagen 132 und am 11.04.1370 ist er unter denen, die die Schenkung von Lankow, Groß und Klein Molzahn an das Ratzeburger Domkapitel durch Hartwig (V) von Ritzerau bezeugen 133. Als Anhänger von Herzog Magnus II. „Torquatus“ von Braunschweig (1369-1373) gehört „Dytlebus Grünow“ (?) dann zu denen, über die Kaiser Karl IV. am 13.10.1371 die Reichsacht verhängt 134. Am 05.04.1374 bezeugt Detlev dann das Bündnis zwischen Herzog Erich IV. von Sachsen-Lauenburg (1368-1412) und seinen Vettern, den Herzögen Wenzeslaus von Sachsen-Wittenburg (1370-1388) und Albrecht II. von Lüneburg (1361-1384) 135. Schließlich gehört Detlev als lauenburgischer Rat am 05.03.1375 zu der Verhandlungskommission, die zwischen der Stadt Lübeck auf der einen und Herzog Erich IV von Sachsen-Lauenburg und den von Schack auf der anderen Seite ein Ruhen der Fehdehandlungen vereinbart 136.


In der Folge finden wir Detlev (I) dann mehrfach in bischöflich ratzeburgischen Urkunden. Dort, im Stift Ratzeburg, verfügte er mit Hof und Dorf Stove, Cronskamp, Neschow, Hof Gr. Rünz und der Mordmühle über einen größeren geschlossenen Güterkomplex. Seine Wohnsitz hatte er in Stove.


Als bischöflich ratzeburgischer Vasall ist Detlev (I) am 06.11.1375 Mitgelober, als Hartwig von Zecher seinen Hof und sein Erbe zu Petersberg an das Ratzeburger Domkapitel verkauft 137. Dann bezeugt er am 28.01.1376 den Vertrag zwischen Bischof Heinrich II. von Ratzeburg (1367-1388) und Herzog Erich III. von Sachsen-Lauenburg (1370-1401), in dem diese zur Beendigung des Streits um das Patronat an der Kapelle zum Heiligen Kreuz in Bergedorf das Patronatsrechtsrecht an dieser Kapelle und an der Pfarrkirche zu Bergedorf gegen das Patronat der Pfarrkirche in Breitenfelde und der Vikarie in Mölln tauschen 138. Zusammen mit seinem Bruder Heinrich (II) gibt Detlev (I) am 14.04.1376 zu seiner und seiner Verwandten Seelenmesse den Grund des ehemaligen Dorfes Dermin „in parrochia sancti Petri Razeburgensis situatum“ an das Domkapitel zu Ratzeburg und vertauscht die jährlichen Einkünfte von 1 Drömpt Roggen, die der Vikar der Burgkapelle in Ratzeburg aus jenem Grundstück bisher bezog, gegen eine gleiche Hebung aus dem Dorf Kulpin 139. Diese Urkunde ist deshalb besonders wichtig, weil sie wertvolle Hinweise auf die Genealogie der Familie Grönau gibt. So werden genannt: „Detleuus et Hinrichus de Gronowe, armigeri fratres ... Volcmarus de Gronowe miles et Ghertrudis eius uxor, nostri parentes ... ac Ermetrudis dicti eciam nostri quondam patris uxoris, nostrorum progenitorum ac Mechthildis de Gronowe et Hinrici de Gronowe, militis, ac Elizabet, eius uxoris, et similiter Volcmari, ipsorum filii, nostrorum patruorum et patruelium ...“. Wenig später, am 22.07.1376, bezeugt Detlev (I) den Verkauf des Hofes Rodenberg, der Dörfer Blüssen, Grieben und Menzendorf sowie seiner Anteile an Lübsee und Rüschenbeck durch Dankward von Bülow an Bischof Heinrich von Ratzeburg 140. Am 15.01.1377 bezeugt er dann den Verkauf der von ihrem Vater Vicko als Mitgift seiner verstorbenen Frau Gertrud (von Bülow) besessenen Einkünfte in Grieben, Menzendorf und Lübsee durch die Brüder Hennekin und Heinrich von Stralendorf 141. Dann gerät auch Detlev (I.) von Grönau in den Sog der bischöflichen Ankaufspolitik.


1377 entledigt er sich seines stift-ratzeburgischen Besitzes. Am 08.04.1377 tauscht er mit Bischof Heinrich II. von Ratzeburg vor Herzog Erich IV. in Breitenfelde „curiam meam Stoue cum fortalico et molendino, villas meas Stoue, Cronescampe et Netzkowe in parrochia Karlowe ... cum ingstangnacione Reytwyz“ gegen die bischöflichen Dörfer Farchau, +Tangmer und Pötrau, sowie die Mühlen in Farchau und Pötrau und weitere 800 Mk Lüb.Pf in bar. Ausgenommen von dem Tausch blieb die dem Pfarrer in Carlow aus dem Hof des Schulzen Hennekin in Cronskamp zustehende Rente 142. Mitlober sind Detlevs Bruder Heinrich (II) sowie Detlevs Sohn Volkmar (VII) Herzog Erich IV. tritt am selben Tag gegen Zahlung von 600 Mk Lüb.Pf seine landesherrlichen Rechte an dem ehemaligen ratzeburgischen Besitz Detlevs von Grönau an den Bischof ab, mit der Bestimmung, dass diese Dörfer zukünftig zum Bistum Ratzeburg und zum Lande Boitin gehören sollten. Im Gegenzug verzichtet der Bischof auf seine landesherrlichen Rechte an Farchau, +Tangmer und Pötrau und zahlt ebenfalls noch 600 Mk Lüb.Pf 143. Wenige Tage später, am 22.04.1377, vertauscht Detlev I. dann auch unter Zustimmung seines Bruders Heinrich (II) und seines Sohnes Volkmar (VII) seinen Hof „Dudische Rozenitze in terra Godebusz situatam“ gegen das Dorf Panten im Lande Mölln. Bischof Heinrich von Ratzeburg zahlt ihm auch hier noch 400 Mk in bar 144 und Herzog Albrecht I. von Mecklenburg gibt als Landesherr am 20.05.1377 seine Zustimmung und tritt gegen Zahlung von 400 Mk Lüb.Pf dem Bischof seine landesherrlichen Rechte an Gr. Rünz ab, das fortan nicht mehr zum Herzogtum Mecklenburg, sondern zum Land Boitin gehören sollte 145. Mit Zustimmung seines Bruders Heinrich (II) und seines Sohnes Volkmar (VII) verkauft Detlev (I) das eingetauschte Dorf Panten bereits am 29.11.1377 gegen Zahlung von 600 Mk. Lüb. Pf wieder an Bischof Heinrich II. von Ratzeburg 146. Es blieb fortan Bestandteil des Fürstentums Ratzeburg bis zu den durch das Großhamburggesetz von 1937 erfolgten territorialen Neuregelungen. Auch Pötraus entledigte sich Detlev (I) schon vor 1399 wieder. Er verkaufte es an Detlev Rastorp, der es wiederum am 14.05.1399 für 800 Mk Lüb.Pf samt der Mühle an Bischof Detlev von Ratzeburg verkaufte 147.


Auch nach den Ereignissen von 1377 treffen wir Detlev (I) von Grönau zunächst noch weiter in bischöflich-ratzeburgischen Urkunden. So ist er am 21.09.1378 als herzoglich-sachsen-lauenburgischer Vogt von Ratzeburg und Rat Herzog Erichs. IV Zeuge, als der Herzog Bischof Heinrich II. von Ratzeburg den Kauf des Kamps bei der Bullenmühle bei Carlow von Arnold von Karlow bestätigt und seine landesherrlichen Rechte daran abtritt 148. Erneut als Zeuge tritt Detlev (I) dann am 17.04.1379 auf, als Henneke von Bülow zu Röggelin die ihm gehörende Hälfte der Bullenmühle an den Bischof verkauft 149. Dann bezeugt er am 18.04.1380 den Verkauf von zwei Ackerstücken und eines Bruchs bei Cronskamp durch Vicke und Henneke Scharpenberg an Bischof Heinrich II. 150. Es ist dies das letzte Mal, dass Detlev (I) von Grönau im Zusammenhang mit dem Stift Ratzeburg genannt ist. Das Geschlecht hatte sich endgültig von dort zurückgezogen.


In der Folge sehen wir Detlev (I) von Grönau eng verflochten mit der Familie von Krummesse, als diese ihre Stammgüter verkauft. So gehört er am 21.09.1375 zu den Mitgelobern Marquards (III) von Krummesse, als dieser dem Lübecker Ratmann Johann Schepenstede die ihm gehörende Hälfte an Gr. Schenkenberg verkauft 151. Und zusammen mit seinem Bruder Heinrich (II) ist Detlev (I) Zeuge, als Heinrich (VII) von Krummesse und seine Brüder sowie Heinrichs Vormund Johann (IV) gnt. Capelle am 13.06.1376 die ihnen gehörende andere Hälfte an Gr. Schenkenberg unter Vorbehalt ebenfalls als Johann Schepenstede verkaufen und Herzog Erich III. diesen Verkauf genehmigt 152. Als Johann Schepenstede dann am 07.06.1381 von den Brüdern Heinrich (VII), Johann (VI) und Otto von Krummesse zu Klempau auch das erbliche Eigentum an dem Dorf erwirbt, bezeugt Detlev (I) von Grönau auch diesen Vertrag 153. Am 10.08.1377 bezeugen Detlev (I) und Heinrich (II) von Grönau den Verkauf des Dorfes Kastorf an den Lübecker Bürger Arnold Stark seitens der Brüder Eggerd (II) und Johann (V) von Krummesse 154. Schließlich ist Detlev (I), neben Eggerd (II), Henneke (Johann V), Detlev (II), Vicke und Heinrich (VII) von Krummesse zu Klempau, sowie Beteman Zabel und Bertold (V) von Ritzerau Mitlober als Marquard (III) von Krummesse am 02.02.1380 seinen Anteil am Stammsitz des Geschlechts mit ½ Krummesse mit der Mühle, ½ Niemark, ½ Bliesdorf, Wulmenau, ½ Kronsforde, ½ Grinau an den Lübecker Bürger Segebodo Crispin verkauft 155. Als dann die Brüder Eggerd (II) und Henneke (Johann V) von Krummesse am 02.04.1382 ihre beiden Höfe zu Krummesse mit der Wassermühle und den gehegten Holzungen und dem Mühlenbach, sowie ihre halben Dörfer Krummesse, Niemark, Kronsforde und Grinau und ihren Anteil am Beidendorfer See an den Lübecker Bürger Gerd Darsow und seinen Bruder Hermann verkaufen, ist Detlev (I) von Grönau neben Marquard (III), Vicke, Detlef (II) und Heinrich (VII) von Krummesse erneut Mitlober 156. Schließlich bezeugt Detlev (I) am 29.03.1383 den Vergleich zwischen Heinrich (VII) von Krummesse zu Klempau und dem Kloster Reinfeld wegen eines Fischteiches zwischen Kl. Sarau, Disnack und Holstendorf 157 sowie am 20.03.1384 den Vertrag, in dem die Brüder Heinrich (VII), Johann (V) und Otto von Krummesse zu Klempau ihre Anteile am Kannenbrook, dem Ellerbrook und einigen weiteren Grundstücken an die Brüder Darsow verkaufen 158.


Behlendorf: Kirche


Nachdem sich Detlev (I) seines Besitzes im Stift Ratzeburg entledigt und am Südende des Ratzeburger Sees Fuß gefasst hatte, finden wir ihn zunehmend an der Seite der askanischen Herzöge Erich III. und vor allem Erichs IV. So ist er 1378 Zeuge, als sich Erzbischof Albrecht II. von Bremen mit seinem Schwager, Herzog Erich III., vergleicht 159. Mit aktiver Unterstützung seines askanischen Lehnsherren Erich IV. baute Detlev dann ab 1380 seinen neuen Besitz Zug um Zug aus. So erwarb er zusammen mit seinem Sohn Volkmar (VII) am 24.03.1380 vom Rat zu Mölln das dem dortigen Konvent zum Heiligen Geist gehörende Dorf Albsfelde für 100 Mk Lüb.Pf 160. Das dazugehörende Gut Albsfelde erwirbt er am 30.03.1382 von Herzog Erich IV. 161. Dann gesteht ihm der Herzog am 18.03.1383 den erblichen Besitz des Dorfes Harmsdorf zu, das dieser von Elisabeth Brüggemaker, der Witwe des Lübecker Bürgers Tideke Brüggemaker, gekauft hatte 162. Drei den Brüdern Heinrich (VII), Johann (VI) und Otto von Krummesse in Klempau gehörende Hufen in dem Dorf erwirbt er von diesen am 02.02.1384 163. Dann folgt am 06.01.1392 von Herzog Erich IV. der Erwerb von Dorf und Hof Behlendorf, Giesensdorf, Hof Klein Anker, der Mühle in Groß Anker und aller Lehngüter des verstorbenen Ritters Detlev (VII) von Parkentin mit Ausnahme des Dorfes Berkenthin für 2220 Mk Lüb.Pf. 164. Mit dem Erwerb dieses großen Besitzes verfügte Detlev (I) von Grönau wieder über einen bedeutenden zusammenhängenden Besitz, den er offenbar von seiner Burg in Kulpin aus verwaltete.


Die Besitzverlagerung der Grönau in die Mitte des Herzogtums lässt sich vielleicht im Zusammenhang mit der lübschen Ausdehnung sehen, der ja bereits die Güter der Familien von Schorlemmer und von Krummesse zum Opfer gefallen waren. Die Grönau mögen sich zu Recht als die nächsten „Opfer“ der lübschen Expansion gesehen haben, zumal sie durch Erbauseinandersetzungen ebenfalls in finanzielle Bedrängnis geraten waren, wie die Aufzeichnungen des Niederstadtbuchs aus den Jahren 1373/1374 165 für Detlev (I) von Grönau belegen. So mögen sie nach Wegen gesucht haben, sich aus ihren gefährdeten Besitzungen an der lübschen Grenze im Norden abzusetzen. Auch Herzog Erich IV. mag ein Interesse gehabt haben, dass dem Vordringen der Stadt Lübeck im Herzen seines Herzogtums ein Riegel vorgeschoben wurde 166. So kam es ihm wohl durchaus gelegen, dass die nach dem Tode von Detlef (VII) von Parkentin freigewordenen Lehngüter von den Grönau übernommen wurden. In diesem Zusammenhang sind dann wohl auch schon die Besitzübertragungen von 1382 und 1383 zu sehen.


Zusammen mit seinem Bruder Heinrich (II) verkauft Detlev (I) am 24.06.1391 wideruflich für 50 Mk lüb.Pf „myn holt, dat ghenomet dat Teghelbruk, beleghen uppe der veltmarke to Zarouwe by deme Spanzee, myt aller vrucht unde myt alle syner tobehoringhe“ an den lübschen Bürger Henning Rene genannt Stonehaver und dessen Ehefrau Hylle 167. Am 11.11.1391 folgt der Verkauf des „haluen dorps Groten Zarowe, beleghen in deme kerspele to Gronow mit alle siner rechticheit und tobehoringhe, alse dat beleghen is in siner veltmarcke unde schede“ an den Lübecker Bürger Friedrich Wantzenberg 168. Diese beiden Verkäufe läuten den Beginn des Verkaufs der grönauischen Stammgüter ein, der wenig später erfolgt.


Detlev (I) erscheint dann 1391/1393 noch mehrfach als Zeuge, so am 24.06.1390 als Herzog Erich IV. wegen der Schaffung einer schiffbaren Verbindung zwischen Mölln und der Elbe (Ausbau der Delvenau) und wegen des auf dieser Wasserstraße zu erhebenden Zolls mit dem Rat zu Lübeck einen Vertrag schließt 169. Dann ist er am 01.02.1391 Zeuge, als der Herzog dem Rat zu Lübeck sein halbes Schloss Wehningen mit der Befugnis, es zu kriegerischen Zwecken zu benutzen, verpfändet 170. Am 22.12.1391 bezeugt er den Verkauf von Klein Klinkrade durch Otto (III) von Ritzerau und seinen Vettern Hartwig VIII) und Bertold (VII) an den lübschen Bürger Wigger Brekewold 171. Dann ist er am 20.01.1392 Zeuge, als Herzog Erich IV. den Verkauf von 22 Mk jährlicher Renten aus dem Dorf Lütau in der Sadelbande durch Bertram Zabel an das Domkapitel zu Ratzeburg bestätigt 172. Danach bezeugt er am den Verkauf des Gutes Steinburg an Bischof Gerhard von Ratzeburg (1388-1395) durch Gottschalk und Make von Züle 173. Letztmals als lebend erscheint Detlev (I) von Grönau am 05.06.1393 als Treuhänder Herzog Erichs IV., als Arnd Lützow in den Dienst des Herzogs tritt 174.

Vor dem 28.09.1394 ist Detlev (I) von Grönau dann gestorben, denn zu diesem Zeitpunkt erscheint Heinrich (II) als „broder Detleues Gronowen“ und als „ziner kynder veddere unde voermunder“ 175.

Kinder:

  1. Volkmar (VII) > VI-16

  2. Detlev (II) > VI-17

  3. Mette (Margarethe) > VI-18



Heinrich (II) von GRÖNAU (+nach 28.09.1394)


(V – 12); Knappe, Sohn Volkmars (V.); herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urkundet 1353/1394 - Sein rundes Siegel 176 zeigt einen stehenden quadrierten Schild, wobei das erste und vierte Quartier schraffiert und


Siegel Heinrichs (II) von Grönau (1353)


vertieft ist. Alle vier Quartiere sind mit einer stehenden Lilie belegt. Die Umschrift zwischen glatten Kreisen lautet: S' . HINRI(CI . DE . GR)ONOWEN.


Heinrich (II) von Grönau erscheint fast durchgehend zusammen mit seinem älteren Bruder Detlev (I). urkundend (16.05.1353, 24.06.1359, 30.08.1363, 08.12.1363, 13.08.1366, 14.04.1376, 13.06.1376, 08.04.1377, 22.04.1377, 20.05.1377, 10.08.1377, 29.11.1377 und 24.06.1391. Während Detlev (I) in Stove und später um Behlendorf/Kulpin begütert war, scheint Heinrich (II) am Stammsitz des Geschlechts verblieben zu sein. Dort hatte er seinen Hof zu Grönau an Johann Castorp, Hermann von Dortmund und Hinrik van der Este verpachtet und zwar „in desser wise, dat se Hinrik van Gronowe ghegheuen hebben 54 Mk, unde se schullen weder bruken und hebben alle de varende haue, korn unde quecke, unde allet dat dar in der houe is“. Über den Pachtzins kam es zum Streit, der am 02.12.1380 schiedsrichterlich beigelegt wurde 177. Nachdem Heinrich (II) um 1370 als Zeuge genannt wird 178, tritt er nach dem Tode des Bruders selbständig handelnd hervor. Am 29.03.1394 lässt er seinem Lehnsherrn, Herzog Erich IV. von Sachsen-Lauenburg, den Stammsitz der Familie, sein Dorf und seinen Hof Grönau und alle seine Besitzungen im Kirchspiel Grönau auf 179: „Witlik zy al den ghenen, de dessen bref zeen edder horen lezen, dat ik Hinrik van Gronowe, knape, bekenne openbare in dessen breve unde betughe, dat ik myt vilborde myner neghesten erven unde al der ghener, der ere vulborf dar to esschende was, myt vryen willen unde myt beradenen mode redeliken unde rechtliken hebbe uppelaten unde uplate in dessen breve den erbaren schinaftighen vorsten mynen leven gnedighen heren hertoghen Erike to Sassen, to Engheren unde to Westualen den jungheren myn dorp dat ghenomet ys Gronowe unde mynen hof darsulves unde al myn gud, dat ik hebbe in deme kerspele to Gronowe, myt al zyner tobehoringhe unde myt der grunt, droghe unde nat, alze dyt vorscreven gud in synen enden unde landschedinghen beleghen unde begrepen ys, darmede to donde unde to latende wat dat he wil, alzo dat yk unde myne erven dar up nummer meer willen unde scholen zaken in tokomender tyd. Dat love ik stede unde vast to holdende in dessen breve zunder jenigherleye arghelist unde helerede“.


Die Grönau müssen aber schon zuvor Besitz in Grönau verkauft haben, denn der Lübecker Ratmann Segebodo Crispin besaß dort Mitte des 14. Jahrhunderts eine Kurie, die er am 13.12.1357 an Dietrich Goldensee verpachtete 180. Herzog Erich IV. verkauft noch am 29.03.1394 für 1200 Mk Lüb.Pf dem St.Johannis-Kloster zu Lübeck unter Vorbehalt des Rückkaufsrechts „unse kerspeldorp, dat ghenomet is Gronowe, unde den Hof darsulues alse dat sulue dorp unde de hof in erer schede beleghen unde begrepen synt, unde alse Hinrik Gronowe dit sulue beseten heft unde alsi id em syn vader eruet heft“. Ausgenommen blieben „twe mark ingheldes, de Hinrikes Gronowen suster, clostervrowe to Rene, alle iar upboren schal ute deme kroghe to der Horst, dewile dat leuet“ sowie 8 Schillinge, „de de kerchere to Gronowe alle iar schal hebben ute dem suluen kroghe to der Horst, unde ane der hyde to Gronowe, de nu ute steit deme Hilghen Gheiste to Lubeke“ 181... Gertrud, Äbtissin, Adelheid, Priorin und das ganze St.Johanniskloster beurkunden die von ihnen beim Kauf des grönauischen Besitzes übernommenen Verpflichtungen, insbesondere das dem Herzog zugestandene Rückkaufsrecht 182. Letztmals als lebend genannt ist Heinrich (II) von Grönau am 28.09.1394 in Lauenburg, als er mit Herzog Erich IV. - beide sind Vormünder für die Kinder von Heinrichs verstorbenen Bruder Detlev (I.) - dem Lübecker Domkapitel für ein Kapital von 1000 Mk eine jährliche Rente von 100 Mk „ut al deme gantzen ghuden, dorpen unde hoven, alze in deme dorpe to Belendorpe und in deme hove to Belendorpe, de dar to hort unde to licht, unde Albertesuelde, Ghysemerstorpe unde Hermenstorp, beleghen in deme stichte to Ratzeborgh“ 183 und dem Lübecker Bürger Ludeke Dynnyng zum Behuf einer Vikarie in der Marienkirche zu Lübeck eine Rente von 24 Mk aus dem Dorf Buchholz im Kirchspiel St.Georgsberg verkauft 184. Bischof Johannes VI. von Lübeck transumiert die letztere Urkunde am 02.11.1400 185.


Kinder:

  1. Volkmar (VIII, Volquin) > VI-19



Tochter NN. von GRÖNAU


(VI – 13); Tochter Volkmars (V.); Nonne in Rehna - „Hinrikes (II) Gronowen suster, clostervrowe to Rene“ ist nur 1394 in den Urkunden über den Verkauf der grönauischen Stammgüter genannt 186. Ihr standen „dewile dat se leuet“ „twe mark ingheldes“ zu, die „alle iar upboren schal ute deme kroghe to der Horst“.




?Heinrich (III) GRONOWE


(VI – 14); „Diener“ Herzog Albrechts I. von Mecklenburg - Hinricus Gronowe ist nur ein Mal, am 24/29.06.1367 in Lübeck als „Diener“ Herzog Albrechts I. von Mecklenburg genannt, als er den Empfang einer Zahlung für seinen Oheim, den Küchenmeister Georg von Ahlefeldt zu Kalmar bezeugt 187. Dieses Verwandtschaftsverhältnis macht es fast sicher, dass Heinrich ebenfalls dem Adel entstammt und dann nur zur Familie von Grönau gehören kann, ohne dass er dort einzubinden wäre. Vielleicht ist er ein Nachkomme Siegfrieds von Grönau?


Kloster Rehna



?Heneke (Johann) GRONOWE


(VI – 15); Herzoglich braunschweig-lüneburgischer Lehnsmann - Heneke Gronowe ist nur ein Mal, um 1369 im Lehnbuch des Herzogs Magnus von Braunschweig-Lüneburg mit Lehnsbesitz von einer Hufe in „Wattecsem“ genannt 188. Ob er zur lauenburgischen Adelsfamilie gehört, hat sich nicht klären lassen.




Die siebente Generation:



Volkmar (VII) von GRÖNAU (+nach 24.03.1380)


(VII – 16); Knappe, Sohn Detlevs (I); genannt 1377/1380 als Volcmar, Volmer - Volkmar (VII) erscheint nicht selbständig urkundend, sondern stets im Zusammenhang mit seinem Vater (“et filii mei predelecti Volcmari de Gronowe“) beim Verkauf des im Stift Ratzeburg belegenen Besitzes um Stove und Gr. Rünz (08.04.1377, 20.05.1377), dem Tausch und Verkauf von Panten (22.04.1377, 29.11.1377), sowie beim Erwerb von Albsfelde (24.03.1380). Nach März 1380 wird er nicht mehr genannt. Vermutlich ist er bald danach gestorben.



Detlev (II) von GRÖNAU


(VII – 17); Knappe, Sohn Detlevs (I); herzoglich-sachsen-lauenburgischer Vasall, wohnhaft zu Kulpin, urkundet 1399/1423 - Erstmals tritt Detlev (II) von Grönau urkundend am 19.11.1399 als Zeuge bei Heinrich von Krummesse in Erscheinung, als dieser Herzog Erich IV. auf dessen Verlangen das Recht überträgt, die wider seinen Willen verkauften krummessischen Güter wieder einzulösen 189. Zusammen mit seinem Vetter Volquin (“Detleff Gronowe unde Volqwyn gronowe, vedderen, knapen, wonaftich to Colpyn“) verkauft er am 01.04.1409 dem Rat zu Lübeck für 300 Mk Lüb.Pf die freie Benutzung seiner sämtlichen Holzungen „beleghen uppe den twen veltmarken to Colpyn unde to den Twenhusen“ auf die Dauer von 24 Jahren 190. Der Urkunde hängt sein Siegel an. Es zeigt in einem elliptischen, aus sechs Kreisabschnitten gebildeten Feld, welches oben und unten in den Schriftrand ragt, über einem geneigten Schild mit dem Wappen einen stehenden Helm, mit links hin wehender Helmdecke und zwei Hörnern als Helmzier besteckt. Zwischen diesen befindet sich eine Lilie/Seeblatt (?). Im Grunde rechts eine Blumenverzierung und die Umschrift zwischen Perlenkreisen + SI .... GRONOWE xx 191. Die askanischen Herzöge verpflichteten sich daraufhin im Jahr 1410 den Lübeckern die ungehinderte Benutzung des den Grönau abgekauften Holzen zu gestatten 192. Am 19.04.1433 urkundet dann Gottschalk von Attendorn, mittlerweile Besitzer von Kulpin, über die Erneuerung des vom Rat zu Lübeck mit den früheren Besitzern von Kulpin, den „duchtigen knapen Deetleff Gronowe unde Volqwin Gronowe in jaren verleeden“ geschlossenen Vertrages 193. Die Brüder Gerdt und Detlef von Attendorn werden schon am 21.10.1425 als Besitzer von Dorf und Gut Kulpin genannt, aus dem sie eine Rente verkaufen 194. Vermutlich war auch Kulpin beim Verkauf der grönauischen Güter im Jahre 1424 oder doch bald darauf an die lübsche Familie von Attendorn gekommen. 1423 urkundet Detlev (II) mit Volquin (Volkmar VIII) als rechter Erbe der Grönau über die Gerechtsame des Siechenhauses zu Klein Grönau, die diesem vor Zeiten von Volkmar (V) von Grönau und seinen Söhnen Detlev (I) und Heinrich (II) zugewandt worden waren 195: „Tho deme erstenn, so hebben se quitt, los, frig und leddich anderhalue houe landes mith holte, wische unde weyde, ... dath se dath mogen brucken tho erer noth, utgenomenn eekenn und bockenn hollt ... Ok bruken de armen lude fedrifft und weyde, gelick den burenn und mhogen holden enen suenn edder scheprenn allene tho erer behoff, und mhogen reinigen und rhadenn ere wische und eren acker van allem holte sunder hinder und brocke ...“.


Aus seiner Ehe mit einer nicht namentlich bekannten Frau stammt der Sohn


  1. Volmar (IX, Volquin) > VIII-21




Mette (Margarethe) ?von GRÖNAU


(VII – 18); Sie war vermutlich Ehefrau von Otto (III) von RITZERAU. Urkundlich genannt wird sie am 20.11.1403 bei der Vereinbarung mit ihren Neffen Volrad (I) und Henneke (II) von Ritzerau über die Nutzung des Schlosses Ritzerau 196. Am 02.02.1407 verpfändete sie dann für 360 Mk ihren Anteil an Schloss Ritzerau weiter, den ihr zuvor für 400 Mk ihre Neffen Volrad (I) und Henneke (II) verpfändet hatten 197. Als Mutter von Hans (II) von Ritzerau ist Mette noch einmal am 11.11.1454 – nun Grethe genannt – erwähnt 198.



Volkmar (VIII, Volkwin) von GRÖNAU (+vor 23.05.1429)


(VII – 19); Sohn Heinrichs (II.?), Knappe, zu Kulpin wohnhaft, urkundet 1409/1423 als Volqwyn, Volquin - Er ist nur am 01.04.1409 beim Verkauf der grönauischen Holzungen in Kulpin und +Twenhusen an die Stadt Lübeck als „vedder“ Detlevs (II) 199 und bei der Beurkundung über die Gerechtsanme des Siechenhauses in Klein Grönau 1423 200 - wieder mit Detlev (II) - als „rechte erue der Gronowen“ genannt. Das anhängende Siegel 201 zeigt einen rautenartig quadrierten Schild, dessen vier Felder mit stehenden Lilien belegt sind. Darüber steht ein Helm mit zwei gerade aufstehenden Federn oder Stäben. Helm und Schild sind von einer Ellipse eingeschlossen, die aus vier Kreisabschnitten gebildet ist und oben und unten in den Schriftrand ragt. Das Siegel trägt die Umschrift S* VOLk(EN) DE . GRONOWE


Siegel Volquen Gronow (1423)


Vor dem 23. 05.1429 ist er dann gestorben, denn als der Knappe Marquart Rantzau dem Lübecker Bürgermeister Heinrich Rapesulver eine ihm zustehende jährliche Rente von 20 Mk aus Wotersen verkauft, ist Volkwins Witwe Abele („ichteswanne Volkmannes Gronowe seliger dechtnisse wedewen“) genannt 202. Marquart Rantzau handelt als „ereme negesten erue“, möglich also, dass Abele eine geborene RANTZAU war oder eher eine von DALDORP, die damals Wotersen besaßen.


Kinder:

  1. Volkmar (X, Volquin) > VIII-22



Otto (II) de GRUNOW


(VII – 20); Priester; „her Otte Grunowe, prestere“ ist am 29.11.1399 in Prenzlin Zeuge bei den Brüdern Arnd und Hans von Holstein dem Propst Johann Griefenberg zu Broda als Inhaber der Wokenstädti-schen Vikarei ihre Hebungen aus acht Hufen zu Mallin verkaufen 203. Dass es sich bei dem Priester Otto um einen Angehörigen der Adelsfamilie von Grönau handelt, mag sein Name auf dem der Urkunde anhängenden Siegel belegen, wo er als O(tto)nis de Grunow verzeichnet steht. Das runde Siegel zeigt dabei im stehenden Schilde zwei schräge rechts gelegte Blumenzweige. Sie können aber nicht in dem Sinne gedeutet werden, dass Otto einem anderen Geschlecht angehört. Dagegen sprechen das Priestersiegel des späteren Bischofs Otto von Ratzeburg und die geringe Verbreitung des Geschlechts der Grönau.




Die achte Generation:



Volkmar (IX, Volkwin) von GRÖNAU


(VIII – 21); Knappe, Sohn Detlevs (II), urkundet 1421/1424 als Volkmer, Volken, Volquin - „Volkmer Gronow, Detleues (II) sone“ ist erstmals am 06.08.1421 genannt, als er zusammen mit Arnd Steen und Bertold von Ritzerau der Stadt Lübeck Urfehde schwört 204. Der Urkunde hängt sein schildförmiges Siegel mit der Umschrift S' volken . . grunowe . . an 205. Am 30.04.1424 verkauft er für 3000 Mk Lüb.Pf unter Vorbehalt des Rückkaufsrechts innerhalb von 30 Jahren den größten Teil seines Besitzes mit „Belendorpe, hoff und dorp, dat dorp to Ghyzemerstorpe, den hoff to dem lutteken Mankere, de dorpe Hermenstorpe unde Alberdesuelde und vord alle gudere, de oldings hern Detleue Parkentyne, riddere, tobehoreden, utgenommen dat dorp Parkentyn mit siner tobehoringe ... mit allem rechlicheyde, rechte, vryheide, eghendome unde aller nut ... alse myn ... zaliger vader de hoffte van hertogen Erik (IV) van Sassen“ an den Rat zu Lübeck 206. Anders als beim Ankauf der krummessischen Güter tritt hier der Rat der Stadt Lübeck selbst als Grundherr auf, indem er sich gegen Zahlung größerer Summen den umfangreichen Güterbesitz zunächst der Grönau und 1465/1468 den der Ritzerau übertragen lässt 207.


Zwei Monate nach der Veräußerung, am 29.06.1424, schlossen Volquin (Volkmar IX) und sein Vetter Volquin (Volkmar X), Sohn Volkmars (VIII), unter Vermittlung des Ritters Lorenz Heest, der lübschen Bürgermeister Jordan Pleskow und Cord Brekewold sowie des lübschen Vogts Helmold von Plessen einen Vertrag, in dem die Schuldverhältnisse der Familie von Grönau sowie die Aufteilung der fahrenden Habe am Hof Behlendorf, darunter die Erbmasse von mütterlicher Seite, geregelt wurden 208: „Interste so schal Volqwin Detleues sone betalen alle vnde islike schulde, de se beyde schuldich zyn gewesen bet vppe giffte desser scriffte, de sulue Volqwin Detleues sone heft hirto ghegheuen Volqwine Volqwines sone twehundert mark vnde XIII mark lubescher penninge. Ok so schal Volqwin Volqwines sone hebben alle vnde islike varendehaue, welkerleye de sin, de sin moder vp den hof vnde in de were to Belendorpe gebracht heft. Des gelykes schal Volqwin Detleues sone ok hebben sodanne varendehaue, alse zin moder vp den erbenomeden hoff vnde in de were gebracht heft. Vnde wes dar na is van korne, varendehaue, buwerke vnd welkerleye id sy vp dem erbenomeden houe, dat scholen de erbenomeden Volqwine beyde zamentliken efte besunder manen konen van eren guderen, schulden, dortslagen, efte worane id zy, dat scholen se ok mitenander delen, vtgenomen de gudere, de se deme rade vnde der stad Lubeke vorkofft hebben, dar en scholen se nynerleye maninge vp don ...“.


Den endgültigen Besitz erwarb die Hansestadt dann am 16.11.1444 209. Unter ausdrücklicher Bezugnahme auf den Vertrag von 1424 - „in sodaner wijse unde beschedinge, alze Volken Gronowe ... unde Volkmer Gronouwe, syn veddere, Volkmers zone, zaligher dechtnisse, desse vorbeneomeden gudere deme rade to Lubeke vor dredusend mark to yaren uppe wedderkiope vorkofft hadden“ - übertrugen Bischof Magnus von Hildesheim und sein Bruder, Herzog Bernhard II. von Sachsen-Lauenburg, der Stadt die ehemals grönauischen Dörfer zuzüglich dem Behlendorfer See mit dem dortigen Zoll für 2000 Mk, „dat deme sulue rade vnde der stad to Lubeke desuluen gudere ... nu vortan to eneme ewighen vryen kope vnde to eneme rechten eghendome tobehoren vn

de blyuen scholen to ewighen tijden“. In den Verkauf eingeschlossen waren alle Nutzungen, „rente, denste, denstgelde, myt aller vrucht vnde nut vnde myt deme roekhone, myt alleme rechte vnde richte hoghesten myddelsten vnde sydesten, in hals vnde hand“. Die Askanier verzichteten auf alle „rechlicheyd, recht ofte richte, leen edder denst ofte bede edder anders ychteswegs darane to beholdende, gheestlikes ofte werlikes“, mit Ausnahme der Dienste der Landbede „to deme landgrauen“ und „to den grauen vnde plancken vnses slotes Razeborgh“. Dieser Vertrag entließ den ehemals grönauischen Besitz endgültig aus dem rechtlichen Staatsverband des Herzogtums Sachsen-Lauenburg. Lübeck konnte deshalb diesen Besitz, so wie wenig später die ritzerauischen Erwerbungen, bei der Wiedereinlösung der Möllner Vogtei im Jahre 1747 behaupten. Er ging erst 1937 mit dem Großhamburggesetz verloren. Volkmar (IX) war angeblich mit einer von RITZERAU verheiratet.



Volkmar (X, Volkwin) von GRÖNAU


(VIII – 22); Knappe, Sohn Volkwins (Volkmars VIII), urkundet 1424 als Volkmer, Volqwine - Die Urkunden nennen „Volkmer Gronowe, Volkmers zone“ bzw. „Volqwine Gronowen, Volqwines sone“ als Vetter Volkmars (IX) lediglich am 30.04.1424 beim Verkauf der grönauischen Besitzungen 210 und der anschließenden Erbauseinandersetzung 211.


Zarrentin: Klosteranlage

Beke (Elisabeth) von GRÖNAU


(VIII – 23); Priorin, urkundet 1430 - . Beke von Grönau war Priorin des Klosters Zarrentin. Dieses Kloster wird urundlich erstmals 1251 als Nonnenkonvent erwähnt. 1255 erteilte Papst Alexander IV. dem neugegründeten Kloster einen Schutzbrief, worin das Zisterzienserinnenkloster den Namen „Himmelpforte“ erhielt. Bis zum 14. Jahrhundert vermehrte sich der besitz des Klosters durch Ankauf und Schenkungen beträchtlich. Im Jahr 1555 wurde es im Zuge der reformation aufgelöst. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts werden der Süd- und Westflügel des Klosters wegen Baufälligkeit abgerissen. Der noch erhaltene und restaurierte Ostflügel erfuhr in der Folge mehrfach Umnutzungen, u. a. als Brauhaus und als Amtshaus. Zusammen mit der Äbtissin des Klosters Zarrentin, Irmgard Pentz und dem ganzen Konvent der Klosterfrauen verpflichtet sich Beke von Grönau als Priorin dieses Klosters am 14.07.1430, keine Benutzung der Klostergüter vorzunehmen oder zu gestatten, die der Stadt Lübeck zum Nachteil gereichen würden 212.



Schele“ GRONOW


(VIII – 24); „Schele“ Gronow ist nur in der Klage Herzog Bernhards II. von Sachsen-Lauenburg (1436-1463) vom 09.10.1434 genannt, aus der sich entnehmen lässt, dass er Mithelfer des Ritters Johann Stake war, als dieser Berkenthin und Göldenitz brandschatzte 213: „Dar nemen se an perden, koijen, zwynen und schapen beter van achte hundert mark unde branden unse armen lude Blomen, Winteruelde, Steffen unde Jawolde unde deden en bouen dusent mark schaden“, klagte der Herzog. Wer sich hinter „Schele“ Grönau verbirgt, hat sich nicht klären lassen, vielleicht Volkmar (IX, Volquin).




Register

Mitglieder der Familie von Grönau

Beke (VIII-23)

Detlev I (VI-11); II (VII-17)

Heinrich I (V-6); II (VI-12); III (VI-14)

Heneke (VI-15)

Mechtild (V-8)

Mette (Margarethe) (VII-18)

Otto I (V-9, Bischof); II (VII-20)

Schele“ (VIII-24)

Siegfried (III-4)

Tochter (VI-13)

Volkmar I (I-1); II (II-2); III (III-3); IV (IV-5); V (V-7); VI (VI-10); VII (VII-16); VIII

(VII-19), IX (VIII-21); X (VIII-22)

Volquin = Volkmar


Angeheiratete Familien (unsicher):

von DALDORP (VII-19); von KRUMMESSE (V-7); von PARKENTIN (V-7); RANTZAU (VII-19);
von RITZERAU (VII-18; VIII-21)

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Fußnoten

1 Prange „Siedlungsgeschichte“ S. 266

2 SHRU I, 84 = HUB I, 169

3 Biereye „Personen“ S. 129

4 Schröder „Papistisches Mecklenburg“ S. 1347; von Kobbe III, 40f

5 Masch S. 259 Anm. 5

6 von Mülverstedt S. 41 m. Tf. 22; Milde Heft 6 S. 69ff m. Tf. 7

7 von Mülverstedt S. 58 m. Tf. 32

8 Schulze S. 90ff, 128ff; Grassmann S. 108ff; Bertheau „Politik“ S. 27-73

9 Bild im Gemeindearchiv groß Grönau

10 UBL III, 172

11 Schulze S. 94

12 Schulze S.

133.LAS Urk. Abt. 268

14 SHRU VI, 703

15 Biereye „Personen“ S. 130

16 Neuschäffer S. 312

17 Prange „Siedlungsgeschichte“ S. 143, 314

18 Schröder/Biernatzki; Masch S. 69

19 “Lübecker Heimatheft 3: Strecknitz - Grönau“, Lübeck 1927 S. 37f.

20 Kersten

21 Dähn S.

22 Neuschäffer S. 312ff

23 Hofmeister Heft 2.1 S. 22f

24 Krüger „Kunstdenkmäler“ S. 472

25 Hofmeister Heft 2.1 S. 23f

26 Dähn S. 102

27 vg. „Chronik des Detmar“ zu 1349; Hofmeister Heft 2.2 S. 59f

28 Schröder/Biernatzki S. 73

29 Hofmeister Heft 2.2 S. 60

30 Hofmeister Heft 2.2 S. 17

31 Dähn S. 78

32 MUB I, 160 = SHRU I, 221; Masch S. 90

33 MUB I, 199 =SHRU I, 277 = SHUS I, S. 453

34 MUB I, 201

35 MUB I, 249 = SHRU I, 355

36 SHRU I, 361 = UBBiHL I, 35

37 SHRU I, 372 = SHUS I, 193

38 MUB I, 228 = SHRU I, 339

39 MUB I, 284

40 MUB I, 375; Wurms S153f.

41 SHRU I, 699 = SHUS I, 48 = UBL I, 135

42 SHRU II, 240 = VAL Nr. 2

43 SHRU II, 419 = MUB II, 1224

44 SHRU II, 476 = UBL I, 350 = UBBiHL I, 239

45 SHRU II, 544 = UBL I, 399

46 SHRU II, 586 = MUB II, 1550

47 “Bauer . Bürger . Edelmann“ S. 49

48 SHRU II, 613 = UBL I, 425

49 MUB III, 1682

50 MUB II, 982

51 MUB II, 1442 = SHRU II, 531

52 SHRU II, 711 = HUB I, 824

53 MUB II, 1046

54 MUB III, 1552, 1576, 1713, 1730, 1792, 1811, 1893, 1897, 1906, 1922, 1925, 1936, 2065, 2070, 2727,

3220

55 MUB III, 1552, 1922

56 MUB III, 1906

57 MUB III, 1682

58 SHRU II, 740 = SHUS I, 115 = MUB III, 1990

59 Bertheau „Uradel“ S. 48

60 UBL I, 593

61 SHRU II, 783 = MUB III, 2117 = UBL I, 576

62 UBL I, 581

63 SHRU II, 929 = HUB I, 915

64 HUB I, 918

65 SHRU II, 939 - 941 = UBL I, 720 - 722

66 MUB V, 3068

67 MUB V, 3111

68 SHUS II/1, 13 = UBL II/1, 209

69 MUB V, 3540

70 UBL II/1, 377

71 SHRU VI/1, 28 = MUB XIX, 10 869

72 MUB V, 3540

73 MUB VI, 3880

74 UBL II/1, 414 + 415

75 SHUS II/3, 416

76 MUB XVIII, 10 473

77 Sud. VIII, 250.4

78 HUB II, 614 = Sud. II, 325.2

79 MUB VII, 4794; VIII, 5694

80 MUB V, 5495

81 MUB VIII, 5673

82 MUB VIII, 5693

83 UBL II/2, 702

84 SHRU VI/1, 28 = MUB XIX, 10 869

85 MUB VIII, 5612

86 MUB VIII, 5327

87 MUB VIII, 5721

88 UBL II/1, 590

89 UBL II/2, 702

90 SHRU IV, 26 = Sud. IX S. 225

91 SHRU IV, 135 = Sud. 46.6 = MUB IX, 6359

92 UBL III, 124; vgl. UBL II/2, 975; MUB XIII, 9480

93 Milde Heft 6, S. 70

94 SHRU VI/1, 28 = MUB XIX, 10 869

95 SHRU VI/1, 28 = MUB XIX, 19 869

96 vgl. Masch S. 258f

97 MUB VII, 4388

98 MUB VII, 4426

99 MUB VII, 4493

100 MUB VII, 4843

101 MUB XXV A, 14 096, 14 097, 14 125

102 MUB VIII, 5324

103 MUB VIII, 5430 = HUB II, 902 = UBBiHL I, 579

104 MUB VIII, 5581

105 MUB VIII, 5587 = HUB II, 989

106 MUB XIII, 7644

107 MUB VIII, 7825

108 MUB XIII, 8120

109 MUB XIV, 8260

110 Krüger „Kunstdenkmäler“ S. 28

111 vgl. Masch S. 259

112 von Notz S. 16

113UBL II/2, 702

114 SHRU IV, 240

115 UBL III, 124

116 UBL III, 124

117 Milde Tf. 7 Nr. 102 und 104

118 MUB VII, 4902), 1334 (UBL II/1, 593 = HUB II, 962

119 UBL II/2, 836

120 MUB X, 6926

121 vgl. Schulze S. 45 Anm. 118

122 MUB XI, 7400 = SHUS II/3, 382

123 UBL III, 172 mit Siegel

124 UBL III, 332

125 SHRU IV, 775 = UBL III, 305, mit Siegel

126 SHRU IV, 863 = UBL III, 358 = Sud. VII, 235 Anm

127 MUB XIV, 8776 = Sud. VIII, 93.3

128 UBL III, 389 = Sud. III, 134

129 UBL III, 476

130 SHRU IV, 1060 = SHUS II, 203

131 SHRU IV, 1185 = UBL III, 598

132 MUB XVI, 9623

133 MUB XVI, 10 048

134 UB Lüneburg II, 710

135 Sud. V, 10

136 UBL IV, 247, mit Siegel

137 MUB XVIII, 10 793

138 MUB XIX, 10 844A/B

139 MUB XIX, 10 869 = SHRU VI/1, 28

140 MUB XIX, 10 905 = SHRU VI/1, 48

141 MUB XIX, 10 973 = SHRU VI/1, 90

142 SHRU VI/1, 105 + 106 = MUB XIX, 11006 A/B = Sud. IX, 130.2

143 SHRU VI/1, 107 + 108 = MUB XIX, 11007 + 11 008 = Sud. IX S. 179 Nr. 1 = LAS Urk.Abt. 210 Nr. 148

144 SHRU VI/1, 111 = MUB XIX, 11 014

145 SHRU VI/1, 115 = MUB XIX, 11 023

146 SHRU VI/1, 155 = MUB XIX, 11 062

147 SHRU VI/2, 1528 = MUB XXIII, 13 854

148 SHRU VI/1, 215 = MUB XIX, 11 140 = SHUS I, 427

149 SHRU VI/1, 245 = MUB XIX, 11 191

150 MUB XIX,11 259

151 SHRU IV, 1580 = UBL IV, 267

152 UBL IV, 301 und 302

153 UBL IV, 407 = SHRU VI/1, 412

154 SHRU VI/1, 128 und 129

155 SHRU VI/1, 291 bis 295 = UBL IV, 366 bis 369; Sud. IX, 267.1, mit Siegel

156 SHRU VI/1, 411 - 414 = UBL IV, 406 - 409; Sud. IX, 267.2

157 SHRU VI/1, 464 = LAS Urk.Abt. 400 I Nr. 8

158 SHRU VI/1, 527 = UBL IV, 432

159 Sud. V, 125

160 UBL IV, 372

161 UBL IV, 404

162 UBL IV, 416

163 UBL IV, 430

164 UBL IV, 553

165 UBL IV, 214 und 215

166 Schulze S. 91 Anm. 373; S. 92

167 UBL IV, 541

168 SHRU VI/2, 985 = UBL IV, 550

169 MUB XXI, 12 212 = UBL IV, 519

170 UBL IV, 529

171 SHRU VI/2, 992 = UBL IV, 552

172 SHRU VI/2, 1006 + 1007 = MUIB XXII, 12381 + 12382 = SHUS II, 439 = LAS Urk.Abt. 210 Nr. 163

173 SHRU VI/2, 1070 = MUB XXII, 12 510

174 SHRU VI/2, 1079 = MUB XXII, 12 528 = Sud. VIII, 94.1 = LAS Urk. Abt. 210 Nr. 165

175 SHRU VI/2, 1147 = UBL IV, 593

176 Milde Heft 6, Tf. 7 Nr. 103

177 UBL IV, 388 = SHRU VI/1, 341

178 UBL IV, 133

179 SHRU VI/2, 1118 = Sud. IX, 32.3 = LAS Urk. Abt. 210 Nr. 169

180 UBL IV, 287

181 SHRU VI/2, 1120 = UBL IV, 603

182 SHRU VI/2, 1120 = UBL IV, 604 = LAS Urk.Abt. 210 Nr. 169A

183 SHRU VI/2, 1147 = Sud. IX, 113.2 = LAS Urk.Abt. 210 Nr. 172

184 SHRU VI/2, 1146 = UBL IV, 613

185 SHRU VI/2, 1666 = LAS Urk. Abt. 210 Nr. 185

186 SHRU VI/2, 1118 = Sud. IX, 32.3 = LAS Urk.Abt. 210 Nr. 169

187 MUB XVI, 9650

188 Sud. III, 420

189 SHRU VI/2, 1565 = UBL IV, 686 = LAS Urk.Abt. 210 Nr. 179

190 UBL V, 239

191 Milde Heft 6, S. 70f

192 Sud. IX, 131 = LAS Urk.Abt. 236 Nr. 218

193 UBL VII, 531

194 VAL Nr. 52

195 UBL VI, 555

196 UBL V, 86

197 UBL V, 161, 160

198 UBL IX, 202

199 UBL V, 239

200 UBL VI, 555

201 Milde Heft 6, Tf. 7 Nr. 105

202 UBL VII, 325

203 MUB XXIII, 13 546

204 UBL VII, 334

205 Milde Heft 6, S. 71

206 UBL VI, 591

207 vgl. Schulze S. 127f

208 UBL VI, 606

209 UBL VII, 263; Schulze S. 126f

210 UBL VI, 591

211 UBL VI, 606

212 UBL VII, 405

213 UBL VII, 603